Finanzaffäre um Calmund
Holzhäuser übergibt Unterlagen an DFB

Im Zusammenhang mit ungeklärten Barzahlungen in einer Höhe von 580 000 Euro wird der ehemalige Bundesliga-Manager Rainer Calmund von der Staatsanwaltschaft Köln vernommen. "Es sind komplizierte Vorgänge, aber noch ist vieles Spekulation", sagte Günther Feld, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

HB KÖLN. Am Wochenende waren Manipulationsvorwürfe gegen Calmund publik gemacht worden, nachdem Anwalt Walther Graf am 9. März 2006 eine zwölfseitige Bayer-Stellungnahme der Ermittlungsbehörde zur Verfügung gestellt hatte. Die Vernehmung von Calmund dauert am Montagnachmittag nach über fünf Stunden immer noch an. "Die Dauer der Vernehmungen hängt davon ab, wie kompliziert die Vorgänge sind. Sie scheinen kompliziert zu sein", sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Oberstaatsanwalt Günther Feld, der allerdings selbst nicht an den Verhören teilnahm.

Es gebe indes keine neuen Erkenntnisse, so der Oberstaatsanwalt, auch zum Verdacht der Spielmanipulationen nicht. Er bestätigte nochmals, dass die Hinweise in dieser Angelegenheit "aus dem Bereich Bayer Leverkusen" stammen. Es bestehe ein "Anfangsverdacht".

Feld sagte am Montag dem Sport-Informations-Dienst (sid), dass er zum Inhalt der Vernehmung keine Auskunft geben könne. Möglicherweise werden sich aber die Befragungen Calmunds über einen längeren Zeitraum hinziehen. Außer gegen Calmund wird auch gegen den Spielervermittler Volker Graul (Verdacht auf Beihilfe zur Untreue) ermittelt. Dabei geht es um den Verbleib von drei Schecks in der Gesamthöhe von 580.000 Euro, die an Graul geflossen waren. Laut des Schriftsatzes von Bayer habe Calmund angedeutet, dass beim Bundesligaspiel Bayer Leverkusen gegen 1860 München (3:0) am 33. Spieltag der Saison 2002/2003 "etwas gelaufen" sei. Das Nachrichten-Magazin Der Spiegel hatte in seiner Montag-Ausgabe aus der Stellungnahme zitiert. Die Rheinländer standen damals auf einem Abstiegsplatz und benötigten unbedingt an den letzten beiden Spieltagen zwei Siege zum Klassenerhalt.

Außer bei der Partie Bayer-1860 soll es auch bei den Begegnungen zwischen Leverkusen und Arminia Bielefeld (3:1) und 1. FC Nürnberg gegen Bayer (0:1) Anhaltspunkte geben, dass es zu Manipulationen gekommen sein könnte. Oberstaatsanwalt Feld sprach von Hinweisen "mit Substanz" auf mögliche Spielbeeinflussung. Calmunds Rechtsanwalt Stefan Seitz hatte die Anschuldigungen als "absurd" zurückgewiesen. Calmund kündigte an, mit seinen Aussagen vor der Ermittlungsbehörde alle Vorwürfe zu entkräften. Der Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer Leverkusen, Wolfgang Holzhäuser, hat mittlerweile den Deutschen Fußball-Bund (DFB) über den Kenntnisstand des Werksklubs in Bezug auf die Manipulationsvorwürfe gegen Ex-Manager Calmund informiert. Wie der sid erfuhr, informierte Holzhäuser den Geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und-Justitiar Goetz Eilers höchstpersönlich bei einem Treffen.

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