Fußball
Finanzen bestimmen Bayerns Saisonvorbereitung

Im Winter wetterte Felix Magath noch heftig über die Asien-Reise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, jetzt geht er mit dem FC Bayern München selber auf eine anstrengende Reise nach Fernost.

dpa MüNCHEN. Im Winter wetterte Felix Magath noch heftig über die Asien-Reise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, jetzt geht er mit dem FC Bayern München selber auf eine anstrengende Reise nach Fernost.

„Ich freue mich darauf, ich war schon lange nicht mehr in Japan“, sagte Magath. Doch im Unterton ist klar zu hören, wirklich glücklich ist der Trainer des deutschen Rekordmeisters über den Fünf- Tage-Trip nach Tokio nicht. Sportlich ist die Reise um die halbe Welt nur eine Woche vor dem Bundesliga-Start am 5. August gegen Borussia Mönchengladbach nämlich ein Wagnis.

„Wenn wir neue Märkte erschließen wollen, und dazu haben wir uns entschieden, müssen wir diese Reise jetzt machen. Es bleibt kein anderer Zeitpunkt“, sagte Magath. Der Meistertrainer hat erkannt, dass beim FC Bayern die ökonomischen Belange längst Priorität vor einer perfekten sportlichen Vorbereitung haben. Im Schweinsgalopp machen sich die Münchner deshalb unmittelbar nach dem Halbfinale im Ligapokal gegen den VfB Stuttgart auf den Weg zum Flughafen, wo ein WM-Airbus zum Jungfernflug bereit steht. Auf der Reise nach Tokio setzt die Lufthansa den ersten Jet mit „Fußball-Nase“ ein - der Bug der Maschine ist im klassischen schwarz-weißen Fußballmuster lackiert.

Zwei Mill. Euro bringt dem deutschen Branchen-Krösus laut Manager Uli Hoeneß die Japan-Reise. Bis zur Rückkehr am 31. Juli stehen zwei Testspiele gegen den FC Tokio und Jubilo Iwata an. Bereits das Trainingslager in Bonn war alles andere als zufällig gewählt. Der Hauptsponsor Deutsche Telekom hat den Double-Gewinner gerne an seinem Firmensitz zu Gast. Auch die Reise nach Fernost ist perfekt organisiert. Mit Lufthansa fliegt ein weiterer Geldgeber den Bayern-Tross kostenfrei Richtung Asien und zurück.

Jetlag und körperliche Strapazen werden auch von Fitness-Fanatiker Magath als Restrisiko verbucht. Dass Oliver Kahn trotz seiner erneuen Rückenprobleme bei der Asien-Tour dabei sein wird, kommt nicht von ungefähr. Der Nationaltorwart ist seit seinen Glanzleistungen bei der WM 2002 in Japan ein Sportheld mit eigenen Sponsorverträgen. Für den FC Bayern ist er somit im Wettkampf der europäischen Spitzenclubs um asiatische Werbemillionen das große Faustpfand. Fehlen wird dagegen der Brasilianer Zé Roberto, der wegen Fiebers absagen musste.

Neben den Münchnern, die seit einigen Monaten mit dem früheren Journalisten Martin Hägele einen Asien-Beauftragten beschäftigen, tummeln sich derzeit auch die Champions-League-Rivalen Real Madrid, FC Barcelona und Manchester United in Fernost. Der FC Chelsea bereist die USA, wo die Bayern im vergangenen Jahr ihre weltweiten Expansionsbemühungen gestartet hatten.

Trotz Rekordumsatz und Millionengewinn im Vorjahr sind wie auch die Einnahmen durch nationale TV-Gelder die asiatischen Umsätze des deutschen Spitzenclubs im Vergleich zur europäischen Konkurrenz noch gering. „Es geht um die Belange des Vereins. Die Spanier und Engländer verdienen viel mehr. Wollen wir international mithalten, müssen wir solche Reisen machen“, sagte Magath.

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