Finanzielle Zukunft
Bremen spielt auch um wichtige Einnahmen

Für Werder Bremen sind es die Tage der Entscheidung: In der Bundesliga abgeschlagen auf Rang 10 dümpelnd, hat Werder in zwei Cup-Endspielen die einmalige Chance, die Saison zu vergolden und in einen internationalen Wettbewerb einzuziehen. Der Druck ist groß – es geht um die finanzielle Zukunft des Vereins.

DÜSSELDORF. Heute hat der Verein den ersten Matchball: das Uefa-Cup-Finale gegen den ukrainischen Vizemeister Schachtjor Donezk (Premiere und Sat 1 übertragen ab 20.45 Uhr live). Verliert Bremen, kommt es im DFB-Pokal-Endspiel zehn Tage später gegen Bayer Leverkusen zur zweiten Entscheidungs-Partie. Werder steht unter Druck: In der Bundesliga liegt der Klub nur auf einem enttäuschenden zehnten Rang – weit weg von den Qualifikationsplätzen für die internationalen Wettbewerbe, die eine wichtige Grundlage für die Finanzierung des hochklassigen Spielerkaders sind. Ein Sieg in einem der nun anstehenden Finals würde die Tür zur neuen Europa League öffnen – dem Nachfolgewettbewerb des Uefa-Cups.

Im vergangenen Geschäftsjahr machte Bremen einen Umsatz von mehr als 112 Mio. Euro. Der Lizenzspieler-Etat beläuft sich in dieser Saison auf geschätzte 44 Mio. Euro. Immer waren die europäischen Wettbewerbe die ertragsreichste Einnahmequelle: „Der markanteste Träger ist und bleibt die Champions League“, sagte der inzwischen zurückgetretene Finanzchef Jürgen Born.

Selbst bei einem Sieg gegen Donezk wird Werder seine Ziele anpassen müssen. Fünf Jahre in Folge war der Verein in der Königsklasse vertreten und nahm dabei fast 100 Mio. Euro ein. Nur ansatzweise kann das der Uefa-Cup ausgleichen: Selbst für den Gewinner des heutigen Finales beträgt die Prämie gerade einmal 2,5 Mio. Euro, der Verlierer bekommt nur 1,5 Mio. Euro. Zum Vergleich: Allein die Teilnahme an der lukrativeren Champions League garantiert jeder Mannschaft eine Einnahme von 15 Mio. Euro.

Geldregen durch Diego-Transfer?

Den Grundstock für ein finanzielles Polster könnte der Transfer des besten Spielers zu Juventus Turin liefern: Diego. Doch noch ist unklar, ob der neue Juve-Trainer an dem Mittelfeldspieler ein ähnlich großes Interesse hat wie der bisherige Trainer Claudio Ranieri. Der Verein hatte den Coach am Montag entlassen, die Nachfolge ist noch nicht geklärt.

Zudem hakt es an der Finanzierung der Ablösesumme von 29 Mio. Euro. Diego soll einen Anteil bekommen, doch welcher Verein den zahlt, ist strittig. Beim Finale um den Uefa-Cup ist der Mittelfeldmann nach zwei gelben Karten gesperrt. Es wird nicht leicht, auch ohne ihn den so wichtigen Sieg zu schaffen, der Werder für die Gruppenphase der Europa League qualifizieren würde.

Mit diesem Ersatz-Wettbewerb will die europäische Fußball-Organisation Uefa das Manko des von Franz Beckenbauer als „Pokal der Verlierer“ verspotteten Uefa-Cups beseitigen – die geringen Einnahmen. Wie die Champions League wird auch die Europa League künftig zentral vermarktet: mit einheitlichem Ball, bei Sponsoren und bei den Fernsehrechten. In Deutschland erhielt Sat 1 den Zuschlag. Die Einnahmen gehen zunächst an die Uefa, die das Geld an die Klubs je nach deren Erfolg verteilt. Die Uefa vereinfacht auch den Modus – und schafft die Fünfer-Gruppen ab. In der K.o.-Phase stoßen die acht Gruppendritten der Champions League hinzu. Zum Endspiel kommt es am 12. Mai 2010 in der Hamburger Fußball-Arena.

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