Finanzkrise
BVB gibt neue Aktien aus

Borussia Dortmund hat eine Strategie gefunden, seine Finanzkrise in den Griff zu bekommen: Der finanziell angeschlagene Bundesligaverein will sich mit einer Kapitalerhöhung knapp 30 Millionen Euro frisches Geld besorgen. Weitere Schritte sollen folgen.

HB FRANKFURT. Insgesamt will der Tabellensiebte der Bundesligasaison bis zu 14,6 Millionen neue Aktien zu jeweils 2,00 Euro ausgeben, mit einem Abschlag von 14 Prozent auf den Schlusskurs vom Mittwoch. Damit würde der BVB nach Angaben vom Mittwoch bis zu 29,25 Millionen Euro einnehmen. Die Kommanditaktionäre können vom 23. Mai bis zum 8. Juni für je zwei Anteilsscheine eine neue Aktie kaufen.

Das Geld soll vollständig in Zinsen und Tilgung von Schulden fließen, wie der BVB betonte. Die wichtigsten Gläubigerbanken hatten dem einzigen börsennotierten deutschen Profifußballklub die Rückzahlung der Schulden bis Mitte 2006 gestundet. Mehrere Investoren hätten an einer Teilnahme an der Kapitalerhöhung Interesse bekundet, teilte der BVB mit, ohne Namen zu nennen.

Ihre Bedingungen dafür seien aber der erfolgreiche Rückkauf des in „Signal-Iduna-Arena“ umbenannten Westfalenstadions sowie die Gewährung langfristiger Kredite dafür. Früheren Angaben zufolge ist der BVB mit rund 90 Millionen Euro verschuldet.

Der BVB will mit einem von der Bank Morgan Stanley bis Ende Mai zu organisierenden Kredit mehrerer Geldhäuser zu 79,2 Millionen Euro kommen, um die erneut angespannte Finanzlage in den Griff zu bekommen. Allein der Rückkauf des Stadions von dem Commerzbank-Fonds Molsiris kostet 57,2 Millionen Euro. Die Arena ist mit mehr als 80 000 Plätzen das größte deutsche WM-Stadion.

Der Champions-League-Sieger des Jahres 1997 spart nach eigener Einschätzung vier bis fünf Millionen Euro jährlich, weil die Zinsen um diesen Betrag geringer seien als die Jahresmiete von 17 Millionen Euro. 22 Millionen Euro will der BVB in die Umschuldung von Krediten stecken.

Die von der Hauptversammlung Ende 2005 vorab genehmigte Kapitalerhöhung um 50 Prozent sei nur der erste Schritt zur Stärkung der Eigenkapitalbasis, teilte der BVB mit. Für den Herbst werde eine Sachkapitalerhöhung erwogen, mit deren Hilfe Verbindlichkeiten in Eigenkapital umgewandelt werden sollen. Dazu wäre eine außerordentlichen Hauptversammlung nötig. Auch eine gleichzeitige Barkapitalerhöhung sei möglich, bei der die Aktionäre erneut ein Bezugsrecht erhalten sollen.

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