Fußball
Flächenbrand in Leverkusens Abwehr

Viele Brandherde müssen derzeit bei Bundesligist Bayer Leverkusen gleichzeitig bekämpft werden. Trainer Klaus Augenthaler plagen aber vor allem Abwehrsorgen vor der Partie gegen Schalke.

Die Liste der Probleme von Bundesligist Bayer Leverkusen ist lang - und wird mit jedem Tag länger. Rein sportlich herrscht bei den Rheinländern vor dem Spiel gegen Vizemeister Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) akute Personalnot. Abseits des Rasens gibt es neben dem Fehlstart in die Saison weiter Turbulenzen um Jens Nowotny sowie unglückliche Äußerungen von Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zum Trainer.

Auch Freier und Mahdouni fehlen

"Es ist passiert, was nicht passieren durfte. Drei Punkte nach vier Spielen wäre zu wenig. Also: gewinnen und damit alle Diskussionen beenden", sagte Torhüter Jörg Butt in einem Interview mit dem kicker. Ein frommer Wunsch angesichts des nächsten Gegners und der akuten Personalnot. Denn am Donnerstag meldeten sich auch noch Paul Freier (Bänderzerrung im Knie) und Ahmed Mahdouni (grippaler Infekt) ab. Somit muss Augenthaler auf insgesamt sieben Stammkräfte verzichten.

"Retter" Augenthaler, der Bayer nach einer Horror-Saison 2002/2 003 mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen noch die Klasse erhielt, appelliert mit den üblichen Floskeln an die Einstellung der Spieler, die ja schließlich die Hauptschuld an der Misere tragen. "Personell sind uns die Hände gebunden. Aber da müssen nun andere in die Bresche springen, und wir müssen enger zusammenrücken", sagte "Auge" und meinte mit Blick auf das 1:2 in Wolfsburg mit zwei Roten Karten für Marko Babic und Roque Junior: "Durch diese Spiele kommt man ins Gerede. Die Spieler sollten sich mal bewusst machen, was sie für eine Verantwortung tragen."

Völler: "Potenzial abrufen"

Mit einer Ansprache will die sportliche Leitung den Rest der Mannschaft nun auf Kurs bringen. "Wir müssen den Jungs klar machen, dass sie großes Potenzial haben. Aber sie müssen es auch abrufen. Mit der richtigen Einstellung können wir gegen Schalke die verschenkten Punkte aus dem Wolfsburg-Spiel zurückholen", sagte Sportdirektor Rudi Völler, der mit seinem Wutausbruch in Wolfsburg den DFB auf den Plan rief und 3 000 Euro an die Egidius-Braun-Stiftung entrichtete.

Außerdem schwelt weiterhin die Personalie Jens Nowotny. Ein Schlichtungsgespräch am Mittwoch führte zu keinem Ergebnis. Der Ex-Nationalspieler, der sich nach seinem vierten Kreuzbandriss in der Reha befindet, hatte wegen fehlender Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall mit dem Gang vor das Gericht gedroht. "Das Gespräch verlief in einem sehr guten Klima. Wir sind uns recht nahe gekommen. Aber wir haben noch keine Einigung erzielt. Ich bin optimistisch, dass es in einem der nächsten Gespräche eine Einigung gibt", erklärte Holzhäuser.

Holzhäuser fühlt sich missverstanden

Der Geschäftsführer wiederum hat immer noch eine Menge Arbeit damit, den Eindruck seiner - missverstandenen - Aussagen zum Thema "Trainer" richtig zu stellen. Holzhäuser wurde nach dem Wolfsburg-Spiel vom Express mit den Worten zitiert: "Ein Trainer ist eine temporäre Erscheinung. Das ist wie in der Wirtschaft: Schafft es der Chef nicht, den Ertrag zu steigern, muss man sich etwas überlegen."

© SID

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