Flexible Arbeitszeiten
Halbfinale stoppt Auto-Produktion

Viele Automobilhersteller geben ihren Mitarbeitern für das Spiel gegen Italien frei. Die Bänder in den Konzernen stehen zwar still, doch die Arbeitszeit wird nachgeholt.
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HB DÜSSELDORF. König Fußball stoppt am Dienstagabend den größten Teil der deutschen Autoproduktion: Bei DaimlerChrysler, VW, BMW und Porsche wird am Dienstagabend die Spätschicht verschoben oder fällt aus, damit die Beschäftigten das Spiel Deutschland gegen Italien sehen können. Bei Opel im Werk Kaiserslautern können Fußballfans frei nehmen. Bei Ford laufen in Köln sowieso die Werksferien.

Im Mercedes-Werk Sindelfingen fällt am Dienstag die Spätschicht aus, wie der Betriebsrat am Montag mitteilte. Die Unternehmensleitung habe diesem Antrag der Arbeitnehmer entsprochen. Die Nachtschicht beginne ebenfalls erst in den Morgenstunden des 5. Juli. Die ausgefallenen Schicht wird nachgeholt.

Bei Porsche im Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen wird die Spätschicht nach Angaben eines Sprechers verkürzt. Sie ende um 20.15 Uhr und die Nachtschicht beginne später, damit die Beschäftigten auch noch ein eventuelles Elfmeterschießen anschauen könnten. "Das ist absolute Ausnahme", sagte ein Sprecher. Die Zeit werde von den 1.200 Beschäftigten nachgearbeitet.

Bei Volkswagen in Wolfsburg endet die Spätschicht zwei Stunden früher um 20.00 Uhr, die Spätschicht beginnt zwei Stunden später um 00.20 Uhr. Bei BMW in Dingolfing dürfen rund 10.000 Beschäftigte früher nach Hause, um das Spiel sehen zu können.

Im Kaiserslauterer Opel-Motorenwerk können die Mitarbeiter der Spätschicht frei nehmen und die ausgefallene Arbeitszeit später nachholen. Für die Arbeiter in den Montagewerken Bochum und Rüsselsheim war am Montagnachmittag noch keine Entscheidung gefallen. Arbeiten müssen die Mitarbeiter im Opel-Werk Eisenach, wo der Produktionsstart des neuen Corsa vorbereitet wird.

Bei den Kölner Ford-Werken stellt sich das Problem wegen der Werksferien nicht. Im Werk in Saarlouis wird dagegen trotz des Spiels gearbeitet. "Wir fahren in Saarlouis Sonderschichten und haben einen Haufen Arbeit. Wir können keine Schicht streichen", sagte eine Sprecherin. Allerdings werde man versuchen, den Kollegen mit den Pausenzeiten so entgegenzukommen, dass sie wenigstens einen Teil des Spiels sehen könnten.

Bei Audi wird den Angaben zufolge ganz normal gearbeitet.

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