Forscher charakterisieren die Spieler
Namensforscher entschlüsseln unsere WM-Elf

Deutschlands einziger Professor für Namensforschung hat die Namen des DFB-Teams entschlüsselt und Erstaunliches enthüllt. „Die Risikobereitschaft von Klinsmann ist historisch bedingt", sagt Prof. Dr. Jürgen Udolph.

Während einer Weltmeisterschaft klammern sich Fans gerne an jeden noch so kleinen Hinweis auf ein erfolgreiches Abschneiden ihres Teams. So sollen nicht nur Trainingsergebnisse und Laktatwerte, sondern auch die historisch gewachsene Bedeutung der Nachnamen Rückschlüsse darauf zulassen, was wir von der deutschen Nationalmannschaft bei der WM im eigenen Land zu erwarten haben.

Davon jedenfalls ist Prof. Dr. Jürgen Udolph überzeugt. Deutschlands einziger Professor für Onomastik (Namenforschung) und Autor ("Buch der Namen"/Bertelsmann) findet bei der Entschlüsselung der Namen im DFB-Team interessante Hintergründe heraus.

"Die Risikobereitschaft von Jürgen Klinsmann ist historisch bedingt", sagt Udolph. Der Name des Wahl-Kaliforniers geht auf "Klintsmann" zurück. Er enthält das vor allem in der Braunschweiger Gegend noch heute benutzte Wort "Klint", was soviel wie "Anhöhe" oder "steiler Uferrand" bedeutet. Somit waren Klinsmanns Vorfahren Menschen, die auf einer Anhöhe lebten und ständig mit dem Sturz in den Abgrund rechnen mussten. Eine Situation, in der sich Klinsmann im übertragenen Sinn bei der WM befindet.

Kahn zum Ratgeber geboren

Nicht weniger sinnbildlich gestaltet sich die Namenkunde für die Nummer zwei im deutschen Tor, Oliver Kahn. Bei dessen Namen ist von einer mundartlichen Nebenform von "Kohn" auszugehen, eine Variante des althochdeutschen "kuon". "Das wiederum bedeutet "kühn und einen Rat erteilend"", erklärt Udolph. Spätestens jetzt müssten alle Zweifel daran beseitigt sein, dass sich "Herbergsvater Kahn", wie die Berliner Zeitung ihn taufte, sich tatsächlich in die Rolle des unterstützenden Ersatztorhüters fügt.

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