Fortuna Düsseldorf
„Sportlichen Erfolg wollen wir nicht erkaufen“

In einem früheren Leben arbeitete Dirk Kall für die Telekom, nun führt er Fußballklub Fortuna Düsseldorf. Was die Unterschiede zwischen der Leitung eines Unternehmens und eines Fußballklubs sind, erzählt er im Interview.
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Fortuna Düsseldorf hat in den letzten zehn Jahren einen rasanten Aufstieg hingelegt. Von der vierten ging es bis in die erste Liga, aktuell spielt der Klub wieder um den Aufstieg in die deutsche Eliteliga. Im Interview erklärt Vorstands-Chef Dirk Kall (47) den Unterschied zwischen der Führung eines Unternehmens und eines Fußball-Klubs.

Herr Kall, wann ist Fortuna Düsseldorf reif für die erste Liga?
Hoffentlich bald. Als ich vor zehn Jahren dazukam, waren wir hier quasi nur eine Handvoll Menschen, viele davon, wie ich, ehrenamtlich. Zu Beginn war es wirklich schwierig, Sponsoren zu finden - wir hatten ja kaum etwas zu bieten. Auch als wir in die erste Liga aufgestiegen sind, waren wir als Verein ganz sicher noch nicht erstligareif aufgestellt, was durch die wirklich rasante sportliche Entwicklung aber ganz normal ist.
Wie machen Sie die Fortuna fit für die Bundesliga?
Die Kosten und Umsätze in den Ligen sind so dermaßen unterschiedlich: Wenn man absteigt, sind mit einem Schlag fast 50 Prozent der Umsätze weg – und das womöglich nur, weil ein Spieler den Pfosten getroffen hat und nicht das Tor. Unser Ziel ist es, uns langfristig in der ersten Liga zu etablieren. Dafür müssen wir jetzt investieren. Nicht nur in den Sport, sondern vor allem auch in den Nachwuchs.
Ist der Unterschied zwischen erster und zweiter Liga wirklich so riesig?
Die Schere geht sehr weit auseinander. Zwischen den Fernseheinnahmen der ersten und zweiten Liga klaffen zum Beispiel Welten. In diesem Jahr bekommen wir 9,1ca. 9 Millionen Euro in der zweiten Liga, in unserem Erstligajahr waren es ca. 16 Millionen. Man kann es sich also gar nicht leisten, erst komplett die Strukturen hinzustellen, um aufzusteigen. Dafür fehlen dann einfach mal knapp zehn Millionen Euro.

Sie waren bei der Telekom. Was ist in einem Fußballklub anders?
Im Fußball wird zwar gesagt, Geld schießt Tore, und auf die lange Sicht gesehen ist das wohl auch so. Dennoch kannst du den Erfolg im Fußball nicht immer planen. Ein besonders krasses Beispiel dafür war die Zweitligarelegation zwischen Darmstadt und Bielefeld zuletzt. Mal war Bielefeld in der zweiten Liga, ein Angriff später sah es wieder nach Darmstadt aus. Wenn ich da als Verantwortlicher auf der Tribüne gesessen hätte, wäre das kaum auszuhalten gewesen.
Warum?
Die Unterschiede zwischen zweiter und dritter Liga sind noch einmal viel gravierender. In Liga zwei gibt’s etwa neun Millionen Euro an Fernsehgeldern, in der dritten sind es noch ca. 800.000! Das ist ein riesiger wirtschaftlicher Unterschied. Da entscheiden manchmal Millimeter über Millionen: Geht der Ball an die Latte oder ins Tor? Das kann man also nur in Grenzen planen.

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