François Carrard
Fifa ernennt Anwalt zum Chef-Reformer

Der ehemalige IOC-Generaldirektor François Carrard soll die Fifa reformieren. Der Anwalt und Funktionär, einst selbst von einer Korruptionsaffäre betroffen, formiert ein unabhängiges Team. Mit dabei: die Sponsoren.
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ZürichJetzt ist es offiziell: Der Schweizer Rechtsanwalt und ehemalige IOC-Generaldirektor François Carrard soll die Reformkommission der Fifa leiten, teilte der Fußball-Weltverband mit. Das zwölfköpfige Gremium soll detaillierte Reformvorschläge ausarbeiten, die dann der Fifa-Kongress am 26. Februar in Zürich verabschieden soll.

Carrard kennt sich mit Korruption aus: In seiner Amtszeit beim IOC von 1989 bis 2003 wurde publik, dass bei der Vergabe der olympischen Winterspiele, die 2002 in Salt Lake City stattfanden, Schmiergelder im Spiel waren. Im Zuge des Skandals mussten mehrere Mitglieder des IOC zurücktreten. Heute arbeitet der 77-jährige als Anwalt, seine Kanzlei kümmert sich auch um Fragen des Sport-Geschäfts.

Dick Pound hatte damals die IOC-internen Ermittlungen geleitet. Zu Carrard hatte er gegenüber Reuters erklärt: „Er hat eine Menge internationaler Erfahrung und er ist Schweizer, was meiner Meinung zu einer Organisation wie der Fifa passen würde.“ Seiner Meinung seien Amerikaner oder Briten bei der Fifa für den heiklen Job wohl weniger willkommen.

„Als unabhängiger Vorsitzender bin ich fest entschlossen, zusammen mit Vertretern des Fußballs und der breiten Gesellschaft das erforderliche Paket an glaubwürdigen Reformen vorzulegen“, wird Carrard in der Pressemitteilung zitiert. „Zu diesem Zweck werde ich ein unabhängiges Beratungsgremium mit externen Vertretern bilden, die die Arbeit der Kommission mit zusätzlichem unabhängigem Fachwissen unterstützen werden“, kündigte er an.

Es mag absurd erscheinen, dass der Präsident einer Arbeitsgruppe die Gründung eines weiteren Beratungsgremiums ankündigt. Doch damit geht Carrard nur auf die Kritiker der Fifa-Reformkommission zu. Denn diese hatten eingewandt, dass die Mitglieder der Arbeitsgruppe von den sechs Fifa-Regionalverbänden, darunter die Uefa, benannt werden. Und gerade die Fußballfunktionäre Asiens oder Afrikas geltend nicht zwingend als Fürkämpfer einer sauberen Fifa.

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