Fußball
Frankfurt Derby-Sieger: 3:0 in Kaiserslautern

Theofanis Gekas schaute sich im Fernsehen noch einmal genüsslich seine beiden Tore an, Oka Nikolov genoss derweil die Ovationen der Fans:

dpa KAISERSLAUTERN. Theofanis Gekas schaute sich im Fernsehen noch einmal genüsslich seine beiden Tore an, Oka Nikolov genoss derweil die Ovationen der Fans:

Nach dem verdienten 3:0 (1:0) im 77. Südwest-Derby der Fußball-Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern waren der Torjäger und der Torhüter von Eintracht Frankfurt die gefeierten Helden beim Sieger. Vor 49 780 Zuschauern im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion ebnete der Grieche Gekas den Hessen mit seinen Saisontoren sechs und sieben (45./67.) den Weg zum dritten Sieg nacheinander, den Alexander Meier (83.) endgültig besiegelte.

Zuvor hatte Nikolov die Gäste mit einem gehaltenen Foulelfmeter von Srdjan Lakic (26.) vor einem Rückstand bewahrt und dem zunächst stürmisch auftrumpfenden Aufsteiger damit den Zahn gezogen. "Neben Gekas war Nikolov sicherlich der Matchwinner", sagte Eintracht-Trainer Michael Skibbe. Mit ihrem dritten Auswärtserfolg verlängerten die Gäste zugleich die Negativserie der "Roten Teufel", die seit nunmehr sechs Spielen sieglos sind. "Das ist jetzt eine ganz schwierige Situation. Das Spiel macht es nicht leichter, aber wir müssen uns da rausrobben", erklärte FCK-Coach Marco Kurz.

Nach der Krawall-Androhung von Frankfurter Ultras im Internet ("Pfalz-Überfall 2010 - Schlachtfest in Kaiserslautern") sollte ein Großaufgebot von knapp 1 000 Sicherheitsbeamten Szenen wie beim abgebrochenen EM-Qualifikationsspiel Italien gegen Serbien verhindern. Und zumindest im Stadion blieb es bei diesem intensiv geführten Risikospiel ruhig.

Für die Pfälzer war dies jedoch die einzige positive Nachricht des Tages, denn mit sieben Punkten steckt der FCK im Tabellenkeller fest. Die Eintracht kann sich nach dem verpatzten Saisonstart mit mittlerweile zwölf Zählern dagegen langsam nach oben orientieren. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und dass wir hier so bestanden haben", lobte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen.

Knackpunkte der Partie waren der von Lakic vergebene Elfmeter und der eiskalte Konter der Gäste kurz vor der Pause. "Psychologisch war das Gegentor ein Wahnsinn. Davon haben wir uns nicht mehr erholt. Wir müssen das erste Tor schießen, dann geht es in eine andere Richtung", analysierte Kurz. Sein Frankfurter Kollege Skibbe würdigte vor allem "Matchwinner" Gekas: "Er ist ein unglaubliches Schlitzohr vor dem Tor." Der Grieche gab das Lob an die gesamte Mannschaft weiter: "Dass ich treffe hängt auch davon ab, dass wir ordentlich spielen und ich oft gesucht werde."

Dabei deutete zunächst nichts auf einen Gästesieg hin. Lediglich die defensive Ordnung stimmte bei der Eintracht in der ersten Hälfte, offensiv fanden die konterstarken Hessen bis zur 45. Minute nicht statt. Dann veredelte Gekas nach einem Bilderbuch-Angriff die zentimetergenaue Flanke von Patrick Ochs und versetzte den Pfälzern damit einen Nackenschlag, von dem sich die Hausherren nicht mehr erholten.

Mental sichtlich angeschlagen kam der FCK aus der Kabine. Ganz anders die Eintracht. Ähnlich wie beim 2:1 in Stuttgart ergaben sich durch die Führung die gewünschten Räume, und ähnlich wie im Schwabenland spielten die Frankfurter ihre Kontertaktik eiskalt aus. Bei den Großchancen durch Marco Russ und Gekas (48.) rettete Sippel noch mit Weltklasseparaden, beim 0:2 durch Gekas war er machtlos. Der Grieche führt jetzt gemeinsam mit dem Freiburger Papiss Demba Cissé die Torschützenliste der deutschen Eliteklasse an.

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