Franz Beckenbauer verfolgt das Spiel um Platz 3 im TV
Der Spagat zwischen Klinsmann und Kanzler

Freizeit ist für den „Kaiser“ in diesen Tagen ein Fremdwort. Der Präsident des deutschen WM-Organisationskomitees musste während des Confederations-Cup einen wahren Termin-Marathon absolvieren.

HB FRANKFURT. Bundeskanzler oder Bundestrainer: Selbst ein Franz Beckenbauer wird irgendwann der Terminflut nicht mehr Herr. Weil Gerhard Schröder am Mittwoch ausgerechnet in jenem Moment die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt besuchen will, in dem Jürgen Klinsmann und seine Nationalspieler in Leipzig um den dritten Platz beim Confederations Cup spielen, geriet der "Kaiser" in Gewissenskonflikt: Beckenbauer entschied sich für die politische Variante, zeigt nun dem Kanzler die Trophäen in den DFB - Vitrinen, schaut sich mit dem Regierungschef das deutsche Spiel gegen Mexiko am Fernseher an und geht dann zum Finale ins benachbarte Waldstadion.

Mit dem Abpfiff des Endspiels zwischen Brasilien und Argentinien am Mittwochabend endet für den Präsidenten des deutschen WM- Organisationskomitees ein beispielloser Marathon durchs Land. Drei Wochen lang düste der 59-jährige im gelben Helikopter eines nationalen Sponsors von Spiel zu Spiel, von Empfang zu Empfang, von Interview zu Interview. Elf der bislang vierzehn Spiele erlebte er auf der Tribüne, mal neben Schröder, mal neben FIFA-Präsident Joseph Blatter. Zehn Termine pro Tag waren das Minimum, so Beckenbauers Assistent Marcus Hoefl. Zwischendurch fand der WM-Chef noch Zeit, um mit Mama Antonie in München bei Aprikosentorte medienwirksam deren 92. Geburtstag zu feiern.

Ob beim Empfang des bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber in Nürnberg, bei der Fan-Party in Köln, beim Gala-Konzert in Frankfurt oder beim Sponsoren-Talk in Hannover - wo Beckenbauer war, stand er immer im Mittelpunkt, sah immer aus wie aus dem Ei gepellt, hatte stets einen lockeren Spruch auf den Lippen. Beckenbauer verkörpere das WM-Motto "Zu Gast bei Freunden", meint FIFA-Chef Blatter, "er ist sehr dynamisch".

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