Französischer Fußball: Die Scheichs bauen das neue Paris

Französischer Fußball
Die Scheichs bauen das neue Paris

In der Champions League hat sich Paris St. Germain souverän für das Achtelfinale qualifiziert. Doch das ist für die Eigentümer aus Katar nur eine Zwischenstation. Die Klubbosse vom Golf haben noch mehr vor.
  • 7

ParisDas Pariser Prinzenparkstadion ist wahrlich keine architektonische Schönheit. In der Nachbarschaft enger Straßenschluchten mit mehrstöckigen Wohnburgen am Rand des Bois de Boulogne wirkt die Arena im Südwesten der französischen Hauptstadt fast wie ein Relikt aus vergangenen Fußballzeiten.

Dass viele traditionsbewusste Franzosen den 49.000 Zuschauer fassenden „Parc“ mit dem ersten großen fußballerischen Erfolg der „Equipe Tricolore“, dem Gewinn der Europameisterschaft 1984, verbinden, stört Nasser Ghanim Al-Khelaifi (38) nicht wirklich. Der Araber ist Klub-Präsident von Paris St. Germain und Statthalter des mächtigen Eigentümers von PSG.

Der Multimilliardär und Kronprinz von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani (32), hat den leck geschlagenen französischen Hauptstadtklub, der seit 1994 auf einen nationalen Meistertitel wartet, im Sommer 2011 für geschätzte 50 Millionen Euro übernommen. Kurz zuvor hatte er Manchester Uniteds US-amerikanischem Besitzer Malcolm Glazer vergeblich ein Übernahme-Angebot über zwei Milliarden Euro gemacht.

Nun hat er eben für Paris einen Masterplan. Seine gekaufte französische Fußball-Revolution soll Paris St. Germain in der heimischen Ligue 1 und in der Champions League an die Spitze bringen. Die Stadionfrage ist dabei nur ein Mosaikstein. Das Argument der Nostalgiker, wonach das schmucklose Stadion bereits seit fast 40 Jahren die Heimat von Paris St. Germain ist, kann Thanis Vertreter Al-Khelaifi nicht überzeugen.

„Das Stadion ist das Herz und die Geschichte von PSG“, sagt Al-Khelaifi. „Aber wir träumen von einem Stadion für 60.000 Zuschauer und haben andere Pläne. Das ist kein Problem, Paris ist die Hauptstadt und verdient ein größeres Stadion.“ Eine Option ist laut Al-Khelaifi auch ein Umzug in das u. a. vom französischen Fußballverband FFF genutzte Nationalstadion Stade de France im nördlich vom Stadtzentrum gelegenen Vorort St. Denis.

Erste Amtshandlung der Eigentümer vom Golf war im Juli vergangenen Jahres die Einsetzung des brasilianischen Weltmeisters und Ex-PSG-Spielers Leonardo (43) als „Super-Manager“. 90 Millionen Euro pumpte man in den Kader, u. a. für den 42 Millionen Euro teuren Argentinier Javier Pastore vom italienischen Serie-A-Klub US Palermo. Der erfahrene Italiener Carlo Ancelotti kam im Dezember als Coach. Die Vizemeisterschaft 2012 hinter dem Außenseiter HSC Montpellier war für den stolzen Scheich-Klub eine Demütigung.

Kommentare zu " Französischer Fußball: Die Scheichs bauen das neue Paris"

Alle Kommentare
  • @Harlemjump

    Dann pilger doch einfachg nicht mehr ins Stadion, dann gehen die Gehälter auch runter.


  • Wenn die Fussballer nicht so unverschämt viel Geld verdienen würden und der Zuschauer bereit wäre, mehr Geld zu zahlen, bräuchten die Vereine keine Sponsoren ... ganz simple.


  • Wenn die Fussballer nicht so unverschämt viel Geld verdienen würden und der Zuschauer bereit wäre, mehr Geld zu zahlen, bräuchten die Vereine keine Sponsoren ... ganz simple.

  • Ich verstehe die negativen Kommentare nicht.

    Niemand zwingt die Vereine an Scheichs oder russische Oligarchen zu verkaufen. Geschieht alles freiwillig und mit der Absicht dem Verein zu helfen.

  • den menschenschindern im eigenen land wünsch ich nen doppelHOPP.

    leistungsaufschwung mit anschließendem gnadenlosen leistungsabfall und den üblichen einhergehenden hundertmillionen verlusten

    bin mal gespannt wanns volk..... nicht mehr für sport zahlen kann

  • Manche haben als Hobby die Modelleisenbahn, manche Briefmarkensammeln, manche ehrenamtliche Arbeit, um zu helfen.
    Ein verwöhnter Scheich meint nun, dass ein Fussballclub Arbeit sei. Wie erbärmlich sinnlos und langweilig muss es sein, reich zu sein ...

  • Diese elenden Geldsäcke machen den Fußball kaputt. Hoffentlich werden diese Vereine, die keine nennenswerten eigenen Vereinsentwicklungsleistungen mehr erbingen, durch das Financial Fair-Play konsequent gesperrt! Dann wird der Spuk bald wieder vorbei sein!

Serviceangebote