Frauenfußball
Doris Fitschen fischt nach frischen Sponsoren

Doris Fitschen feilt am Image des deutschen Frauenfußball-Nationalteams - und das mit Erfolg. In den letzten Jahren sind die Spiele der DFB-Kickerinnen in der Gunst der Zuschauer stark gestiegen und damit auch für Sponsoren interessanter geworden. Ein Sieg der Damen-Elf beim EM-Viertelfinalspiel gegen Italien am Freitag würde Fitschen den Job noch ein wenig leichter machen.

LAHTI. Es ist noch gar nicht lange her, da blitzte Doris Fitschen bei Sponsoren regelmäßig ab. Wenn die damalige Sponsoring-Managerin des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) die langen Gespräche über die Potenziale im Männerfußball endlich auf ihr Thema, die Frauen, lenkte, rümpften die Männer fast immer die Nase. „Sie und Ihr Frauenfußball“, lächelten sie verlegen und winkten ab.

Heute lächelt Doris Fitschen – denn solche Reaktionen gehören der Vergangenheit an. „Inzwischen hat der Frauenfußball ein richtig gutes Standing und das ist auch zu spüren“, sagt die 40-Jährige, die derzeit die Frauen-Nationalmannschaft auf ihrer Titelverteidigungsmission bei der Europameisterschaft in Finnland begleitet. Durch den Erfolg des Teams ist nicht nur das Interesse der Medien gestiegen, sondern auch das der Sponsoren. Daher hat Fitschen jüngst neben ihrer Tätigkeit als Abteilungsleiterin Marketing im Organisationskomitee der Fußballweltmeisterschaft 2011 in Deutschland auch den neu geschaffenen Posten der Team-Managerin übernommen.

Während bei den Männern, wo Oliver Bierhoff das entsprechende Amt ausübt, die Nationalelf längst als Marke etabliert ist, muss Fitschen genau hieran noch arbeiten. Die Betriebswirtin formuliert es positiv: Es gebe eine Menge Potenzial, sagt sie.

Fitschen wird gern als „Pionierin“ ihres Sports beschrieben. Sie kennt ihn aus vielen Perspektiven: als Amateurfußballerin, als Profispielerin in den USA, als TV-Kommentatorin, als Sponsoring-Managerin beim DFB. 15 Jahre lang, von 1986 bis 2001, hat „Fitschi“ – diesen Spitznamen pflegt sie selbst auf ihrer Homepage – in der Nationalmannschaft gespielt. Sie hat die Anfangsjahre der Bundesliga mitgeprägt und ihre Eltern überredet, kicken zu dürfen, als das für junge Frauen noch als anrüchig galt. Sie erzählt eine Anekdote: „Schon als Neunjährige habe ich mit Fußball mein erstes Geld verdient.“ Ihr Trainer des FC Hesedorf hatte eine Torprämie von zwei Mark ausgelobt – die kleine Doris traf als erste.

„Ich habe die ganze Entwicklung mitgemacht“, sagt Fitschen. Nun will sie im Business-Look angreifen und den Frauenfußball nach vorne bringen: „In der Position, die ich jetzt habe, kann ich viel mehr bewegen als früher als Spielerin.“ Die Vorzeichen sind günstig: Nach zwei Weltmeister- und sechs Europameistertiteln in 20 Jahren ist die Nationalmannschaft sportlich erfolgreich und so auch als Werbeplattform interessant geworden.

Seit einem Jahr hat die Mannschaft erstmals eine eigene Sponsoring-Struktur mit dem Küchenhersteller Alno als Hauptsponsor und fünf Premiumpartnern, über den Etat wird indes Stillschweigen bewahrt. Studien attestieren dem Sport ein junges, attraktives Image. Im Profibereich gibt es Nachholbedarf – denn bisher sind Fußballerinnen fast immer Amateure. Die WM 2011 in Deutschland trägt zum steigenden Interesse bei. „Der Frauenfußball wird in den nächsten zwei Jahren große Entwicklungsschritte machen“, sagt Fitschen. Und davon soll er nachhaltig profitieren – in der Bundesliga genauso wie im Nachwuchsbereich.

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