Freie Kapazitäten in noch allen Austragungsorten
Die WM ist für die Hoteliers kein Selbstläufer

Im Zuge der Weltmeisterschaft gibt es kaum eine Branche, die nicht von gefüllten Auftragsbüchern und dicken Gewinnen träumt. Beim deutschen Hotelverband ist man sich indes nicht sicher, ob diese Erwartungen letztendlich tatsächlich erfüllt werden.

HB BERLIN. "Es werden nicht alle Belegungsträume rund um die vermeintlich schönste Nebensache der Welt in Erfüllung gehen", sagte der Chef des Hotelverbandes Deutschland Fritz Dreesen. Selbst während der Spiele im Juni und Juli müssten sich die Betriebe rechtzeitig weiterhin um andere Zielgruppen wie Tagungsgäste bemühen, wenn sie möglichst viele Betten belegen wollten.

Die offiziellen Zimmervermarkter des Weltfußballverbandes Fifa als Veranstalter der WM haben 550 Hotels mit 50 000 Zimmern unter Vertrag genommen. An allen Austragungsorten gibt es nach Angaben des Hotelverbands aber noch freie Kapazitäten. Wie viele Übernachtungen bereits fest zur WM gebucht sind, wollte der Verband nicht sagen. "Die Nachfrage ist zufrieden stellend und entwickelt sich erfreulich", erläuterte Dreesen. Die deutsche Tourismusbranche erwartet durch das Fußball-Großereignis mehr als fünf Mill. zusätzliche Übernachtungen und ein Umsatzplus von 500 Mill. Euro.

Für 2006 rechnet der Verband mit drei Prozent mehr Auslastung der Hotels und leicht steigenden Preisen. Sorgen bereitet den Hotels aber die Vogelgrippe, da auf der Insel Rügen dem Verband zufolge die Buchungen um bis zu 70 Prozent zurückgegangen seien. "Gegen Bilder eines ABC-Schutztrupps kommen sie mit Aufklärung nicht durch", sagte Verbands-Hauptgeschäftsführer Markus Luthe. Aber bislang seien andere Urlaubsregionen noch nicht von Einbußen betroffen. Der Hotelverband hofft darauf, dass sich die Reisenachfrage trotz der Ausbreitung der Vogelgrippe wieder normalisiert, sofern es bei einer Tierseuche bleibe und sich die Krankheit nicht auf Menschen übertrage.

Mit der Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr ist der Hotelverband zufrieden. Die Auslastung sei um 2,4 Prozent auf 61,5 Prozent gestiegen. Die Preise gaben zugleich um 0,8 Prozent nach. Der durchschnittliche Zimmererlös verminderte sich um einen Euro auf 80 Euro. Gut 37 000 Hotels zählten mit knapp 201 Mill. Übernachtungen drei Prozent mehr als 2004, mit einem überdurchschnittlichen Zuwachs von gut sechs Prozent bei ausländischen Gästen. Der Verbandschef bekräftigte seine Kritik an der für 2007 geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer. Dies werde zu Einbußen bei den Hotels führen, sagte Dreesen.

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