Freitagsspiel in der Fußball Bundesliga
Schalke biegt in Bochum auf die Zielgerade ein

Für Tabellenführer FC Schalke 04 ist jedes der verbleibenden vier Saisonspiel in der Bundesliga ein Endspiel um die erste Deutsche Meisterschaft seit 1958. Dementsprechend ist der Einsatzwille bei jedem einzelnen "Knappen" vor dem heutigen kleinen Revierderby am 31. Spieltag beim VfL Bochum (20.30 Uhr) ungezügelt. Lincoln will "notfalls mit einem Bein" spielen, und selbst ein drohendes Deja-vu-Erlebnis der gruseligen Art jagt den Königsblauen keine Angst ein.

"Jeder von uns hat ein Ziel im Kopf. Jeder gibt alles. Wir sind bereit", sagte Lincoln, der trotz erneuter Probleme mit einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel unbedingt spielen will. Zwei Punkte Vorsprung haben die zuletzt dreimal in Folge siegreichen Schalker auf Verfolger Werder Bremen, fünf sollen es werden, bevor die Hanseaten am Sonntag bei Arminia Bielefeld antreten.

Parallelen zur Saison 2000/2 001

Die Situation weist fast unheimliche Parallelen zur Saison 2000/2 001 auf. Vor beinahe genau sechs Jahren (28. April 2001) trat Schalke wie diesmal auch am 31. Spieltag in Bochum als Tabellenführer an. Es folgte ein mageres 1:1, und am Ende blieb S04 nur die "Meisterschaft der Herzen" hinter Bayern München.

"Der Unterschied ist, dass wir vor sechs Jahren nicht so offen mit dem Thema Meisterschaft umgegangen sind. Da stand für uns das Erreichen der Champions League im Vordergrund, nicht der Titel", sagte Nationalspieler Gerald Asamoah, der als einziger aus der damaligen Mannschaft auch heute noch das Schalke-Trikot trägt. "Asa" will den Vergleich ohnehin nicht überbewerten: "Die Erinnerungen an das Spiel sind bei mir erst wieder hochgekommen, weil die Journalisten so viel danach gefragt haben."

Entwarnung gibt es für Schalke-Trainer Mirko Slomka derweil von zwei seiner Leistungsträger. Lincolns Einsatz ist so gut wie sicher und auch Abwehrchef Marcelo Bordon, der am Mittwoch wegen muskulärer Probleme in den Adduktoren nicht am Mannschaftstraining hatte teilnehmen können, absolvierte am Donnerstag die abschließende Trainingseinheit ohne Probleme. Definitiv fehlen werden so nur Mladen Krstajic (Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Peter Lövenkrands (OP am Sprunggelenk).

Respekt vor Gekas

Slomka sieht´s gelassen: "Ich erwarte eine ähnliche Aufgabe wie gegen Cottbus, denn auch Bochum ist eine Mannschaft, die durch Konterstärke auf sich aufmerksam gemacht hat. Der VfL hat in Gekas und Epalle zwei schnelle Offensivspieler. Aber wir haben zuletzt dreimal in Folge zu Null gespielt, unsere Defensive hat im Grunde einen Lauf."

Doch vor allem dem Griechen Theofanis Gekas, der die Torjägerliste mit 18 Treffern souverän anführt, begegnen die Schalker mit einer gehörigen Portion Respekt. "Er hat dem VfL durch seine Qualitäten sehr viel geholfen. Das ist ein Typ wie Ailton, ist schnell und lauert auf Pässe oder Abpraller. Dann so viele Tore zu machen, das zeichnet einen guten Stürmer aus", sagte Nationalspieler Kevin Kuranyi und fügte hinzu: "Er kann aber gerne die Torjägerkrone haben. Wenn wir am Ende oben stehen und ich geholfen habe, dass wir den Titel holen, dann bin ich glücklich."

Ebenso glücklich wären die Bochumer über drei Punkte, die den Klassenerhalt so gut wie perfekt machen würden. "Wenn alle Spieler mit der Überzeugung auf den Platz gehen, Schalke schlagen zu können, dann ist das auch möglich", sagte Kapitän Thomas Zdebel. Gedanken an 2001 wollen die Bochumer ebenso ausklammern wie die Schalker: Damals musste der VfL trotz des Unentschiedens gegen den großen Nachbarn als abgeschlagener Tabellenletzter den Gang in die 2. Liga antreten.

© SID

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