Freiwillige Gehaltskürzungen
Magna schafft in Österreich den Aufstieg

Bei Opel ist Magna-Eigentümer Frank Stronach zwar noch lange nicht am Ziel. Doch immerhin stehen die Chancen gut, die Bundesregierung in Berlin von seinem Sanierungskonzept zu überzeugen und neuer Hauptgesellschafter des Rüsselsheimer Automobilherstellers zu werden. Eine wichtige Hürde ist bereits genommen: Stronachs Team SC Magna Wiener Neustadt hat den Aufstieg in die Österreichs erste Fußball-Liga geschafft.

WIEN. Frank Stronach, in der Steiermark geboren, ist in den 50er-Jahren nach Kanada ausgewandert und hat dort den Grundstein für den Zuliefer-Multi Magna gelegt, der mit 70 000 Mitarbeitern rund 25 Mrd. US-Dollar Umsatz erwirtschaftet. Seine Bindungen in die Heimat hat er nie gekappt: Die Europa-Zentrale von Magna hat ihren Sitz in der Nähe Wiens. Besonders eng ist Stronach dem Fußball in Österreich verbunden. Zehn Jahre war Magna Hauptsponsor von Austria Wien – geschätzte 150 Mio. Euro hat das gekostet. Streitigkeiten innerhalb des Vereins führten vor gut einem Jahr zum Rückzug von Magna.

Mit dem SC Magna aus der Kleinstadt 50 Kilometer südlich der Donaumetropole hat Stronach nun wieder große Pläne – mittelfristig zumindest. Denn die Krise in der Automobilbranche zwingt Stronach auch beim Sponsoring zum Sparen. Der SC Magna Wiener Neustadt muss nach dem Aufstieg erstmal kleine Brötchen backen. „Die wirtschaftliche Lage hat natürlich ihre Auswirkungen auf die Sportförderung“, sagt ein Stronach-Vertrauter.

Das Konzern-Management hat bei den Angestellten in Europa freiwillige Gehaltskürzungen von bis zu 20 Prozent erreicht, in der Produktion sind 10 000 Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen. Magna hätte gegenüber der Belegschaft ein Rechtfertigungsproblem, wenn der Fußball in Wiener Neustadt nach dem Gießkannen-Prinzip gefördert würde.

Nach seinem Einstieg bei Wiener Neustadt vor einem guten Jahr hatte Frank Stronach zwar von den schnellen Aufstieg in Österreichs erste Liga geplant. Der Sparkurs führt nun dazu, dass Österreichs neuer Erstligist auch länger auf ein größeres Stadion warten muss. Millionenausgaben für den geplanten Bau ließen sich derzeit ebenso wenig rechtfertigen wie teure Investitionen in die Mannschaft. Eine neue Arena sollte den angemessenen Rahmen für die erhofften sportlichen Erfolge bieten. Niemand im Magna-Konzern erwartet aber derzeit, dass die Mannschaft wie der zuletzt geförderte Klub Austria Wien um den Titel mitspielt.

Die Verantwortlichen haben sich darauf eingestellt, dass man in der neuen Saison nicht auf große Zukäufe setzen kann. Die eine oder andere Verstärkung ist allerdings möglich, heißt es in Vereinskreisen. In Wiener Neustadt wird auch kolportiert, dass die Klubführung Trainer Helmut Kraft austauschen möchte. Die endgültige Entscheidung darüber trifft aber nur einer: Frank Stronach. „In zwei Wochen ist er wieder in Österreich“, sagt Klub-Vizepräsident Peter Svetits.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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