Freundschaftsspiel Deutschland - Schweden
Gelungener Einstand für „Jogi“ Löw

Freundschaftsspiele machen üblicherweise nur Fußballverrückte glücklich und sind zumeist so bedeutsam wie die Frage, mit welchen Schuhen die Spieler auflaufen. Doch am Mittwochabend in der Arena auf Schalke war alles anders: Deutschland schlug Schweden mit 3:0.

GELSENKIRCHEN. Als ob WM-Organisator Franz Beckenbauer die Uhren in Deutschland zurückgedreht hätte (dem Kaiser trauen wir alles zu), herrschte wieder Weltmeisterschaftsstimmung. Vor, während und nach dem Spiel, ein kribbelndes déja-vu. Die 53 000 Fans begrüßten die Mannschaft mit einer Euphorie, als ob sie in einem WM-Endspiel stünde, die Spieler zeigten zumindest 45 Minuten lang auf dem Platz, dass sie da eigentlich hingehört hätten und der Trainer durfte anschließend erleichtert die Faust ballen. 3:0 (3:0) hieß der Endstand in einer einseitigen Partie.

Der Trainer. Richtig, das ist nicht mehr Jürgen Klinsmann. Das ist jetzt der frühere Co Joachim „Jogi“ Löw. Sein erstes Spiel als Chef auf der Trainerbank. Schon alleine deshalb hatte die Partie eine große Bedeutung. Dazu kam, dass sie das einzige Testspiel vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel am 2. September gegen Irland war. Geändert hat sich nach dem Führungswechsel aber nicht viel. Die deutsche Mannschaft knüpfte da an, wo sie bei der WM aufgehört hatte. Sie zeigte tollen Offensivfußball war lauf- und einsatzfreudig wie in einem Pflichtspiel und hatte die Partie nach acht Minuten entschieden.

2:0 stand es da, Bernd Schneider (Leverkusen) hatte in der vierten Minute in seinem 72. Spiel für Deutschland nach einem Pass von Tim Borowski (Bremen) sein zweites Länderspieltor überhaupt geschossen; da hatte Miroslav Klose in der Mitte den Ball noch verpasst. Doch vier Minuten später traf der Bremer nach einem herrlichen Sololauf zum 30. Mal im National-dress und rückte damit in die Top Ten der ewigen DFB-Torschützenliste auf.

Die frühe Führung weckte Erinnerungen an den 24. Juni 2006. Da stand es im WM-Achtelfinale in München gegen Schweden nach zwölf Minuten auch schon 2:0, durch zwei Treffer von Lukas Podolski (Bayern München).

Doch es war nicht der Tag des Lukas Podolski. Es war der Tag des Miroslav Klose, des WM-Torschützenkönigs. Vor dem Spiel als Spieler des Jahres ausgezeichnet, traf der Bremer in der 44. Minute gleich noch einmal; Sebastian Schweinsteiger (Bayern München) hatte von der linken Seite den Ball fast als Schuss quer über den Strafraum getreten. Klose stieg mustergültig hoch und drückte den Ball mit dem Kopf unhaltbar für den schwedischen Ersatztorwart Rami Shaaban ins linke untere Eck. Pflicht erfüllt, Einstand gelungen wollte man Jogi Löw schon zur Halbzeit zurufen. Und das ohne fünf WM-Spieler, denn Per Mertesacker (Bremen), Christoph Metzelder (Dortmund), Michael Ballack (Chelsea), Robert Huth (Chelsea) und Sebastian Kehl (Dortmund) hatten sich verletzt abgemeldet. Vermisst hat sie in Gelsenkirchen niemand ernsthaft. Was aber auch daran lag, dass die Schweden in arger Personalnot mit einer schwachen B-Elf aufgelaufen waren.

Dennoch: In der Innenverteidigung spielten Jens Nowotny (Zagreb) und Arne Friedrich (Berlin) solide, wenn auch nicht vollends überzeugend. In der Abteilung Attacke brillierte Schneider, der eine überragende Partie ablieferte, im Zusammenspiel mit Borowski, Schweinsteiger und Torsten Frings (Bremen).

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