Frust über Champions-League-Aus Bayern dementiert Beleidigungen gegen Schiedsrichter

Der FC Bayern gibt die Schuld am Ausscheiden aus der Champions League Schiedsrichter Kassai. Der Unparteiische habe den Verein „beschissen“. Gegen Berichte über Ärger in der Schiri-Kabine wehrt sich der Klub aber.
Update: 19.04.2017 - 15:36 Uhr Kommentieren
Vor allem an dem streitbaren Platzverweis gegen den Chilenen entzündete sich die Wut der Bayern. Quelle: Reuters
Gelb-rote Karte für Arturo Vidal

Vor allem an dem streitbaren Platzverweis gegen den Chilenen entzündete sich die Wut der Bayern.

(Foto: Reuters)

MadridBeim Verlassen des Estadio Santiago Bernabeu stapften Robert Lewandowski und Thiago wortlos und mit finsteren Mienen dem Ausgang entgegen - Arturo Vidal sprach nur mit spanisch sprechenden Reportern. Die Münchner sahen in dem ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai den Schuldigen für die 2:4-Niederlage und dem Viertelfinal-Aus des deutschen Fußball-Meisters bei Real Madrid.

Die Bayern wehrten sich nach der Rückkehr am Mittwoch nach Deutschland aber spanischen Medienberichten, wonach das Bayern-Trio Schiedsrichter Viktor Kassai bis in dessen Kabine verfolgt und beschimpft haben soll. Auch die Polizei habe nicht wie dargestellt eingreifen müssen, teilte der Club auf Anfrage mit.

Die UEFA sah keinen Handlungsbedarf. „Nach den gestrigen Champions-League-Spielen wurden keine Disziplinarverfahren eröffnet“, so der Verband auf Anfrage.

Die Zeitung „Marca“ berichtete, einige Profis hätten dem ungarischen Referee im Spielertunnel aufgelauert und ihn „auf jede mögliche Art beleidigt“. Der FC Bayern kündigte an, rechtliche Schritte gegen das Blatt zu prüfen.

Carlo Ancelotti und sein Team hatten sich über etliche ihrer Ansicht nach eklatanten Fehlentscheidungen geärgert, unter anderem den Platzverweis für Vidal in der 84. Minute und zwei umstrittene Treffer aus Abseitsposition von Cristiano Ronaldo.

Real Madrid hatte das Spiel in der Verlängerung mit 4:2 gewonnen und war damit ins Halbfinale eingezogen. Nach 90 Minuten hatte Bayern durch ein 2:1 das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert.

Danach schossen sich die Protagonisten beim deutschen Rekordmeister verbal auf Kassai ein. „Ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir, Wut, weil wir beschissen worden sind. Wir sind beschissen worden heute Abend, im wahrsten Sinne des Wortes!“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

„Brilliant, chaotisch, episch, aber ziemlich kontrovers“
„Der Schiedsrichter übernimmt die Hauptrolle“
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„Brilliant, chaotisch, dramatisch, sogar episch, aber ziemlich kontrovers“, schreibt der Telegraph angesichts der Schiedsrichter-Entscheidungen, Ronaldos Toren und die Karten gegen Vidals, die zu Real Madrids Einzug ins Halbfinale der Champions League führten.

Quelle: telegraph.co.uk

Bayern-Aus trotz heldenhaftem Einsatz
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Kraft ist viel, reicht aber nicht zum Sieg. FC Bayern München ist im Spiel gegen Real Madrid an seine Grenzen gegangen. Die Bayern haben sich ins Zeug gelegt, aber Madrid war einfach die bessere Mannschaft.

Quelle: faz.de

„Wie ein Schwergewichtskampf“
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Die Zeit hebt einen ganz bestimmten Satz Philip Lahms hervor, der das Champions-League-Spiel sozusagen komplett umfasst und eben nicht wie alle – Trainer, Spieler, Journalisten und Fans – die Fehler dem Schiedsrichter gibt: „Da hatten wir wohl ein bisschen Pech.“

Quelle: Zeit.de

„Ronaldo und der Schiedsrichter schlagen heroische Bayern“
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Auch Sport1 sieht die kämpften Bayern stark, allerdings mit Pech – insbesondere wegen dem Schiedsrichter, dem Ungarn Viktor Kassai. Entsprechend fasst Bayern-Coach Ancelotti zusammen: „Wie waren nah dran am Halbfinaleinzug, dann wurden wir aber durch einige Entscheidungen des Schiedsrichters bestraft. Das kann im Fußball passieren, aber nicht diese Serie an Fehlentscheidungen.“

Quelle: sport1.de

La bestia blanca wirft Bayern raus“
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Die deutsche Website SPOX mit Sitz in München titelt Cristiano Ronaldo (M.) als „Schreckgespenst“, das die Bayern rauswirft. Der Madrid-Spieler hat in sechs Duellen gegen die Bayern neumal getroffen – so viele Treffer, wie gegen keine andere Mannschaft.

Quelle: spox.com

„Die Könige Europas“
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The Sun formuliert es etwas plastischer und spricht von der Durchbrechung der Champions-League-Geschichte, nachdem die Bayern aus Europa rausgekickt wurden und Real Madrid ins Halbfinale einzieht. „Die Bayern zeigten, dass sie eine exzellente Mannschaft waren, aber wir spielten besser“, sagte Cristiano Ronaldo (l.), der hier Arjen Robben (r.) umarmt.

Quelle: thesun.co.uk

„So ein Raub darf nicht passieren“
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Bayerns Mittelfeldspieler Arturo Vidal bekam schon in der fünften Minute von Schiedsrichter Viktor Kassai eine Gelbe Karte. In der 84. Minute flog er dann vom Platz und die Bayern wurden von Kassai sozusagen um den Sieg „beraubt“, so der Guardian.

Quelle: theguardian.com

Vidal warf Kassai vor, den tapfer kämpfenden Münchnern den Sieg gestohlen zu haben. „Dieser Raub darf in der Champions League nicht durchgehen“, klagte er. „Wenn zwei Top-Mannschaften gegeneinander spielen, darf der Schiedsrichter nicht der Clown sein, der das Spiel zur Show macht und Real den Vorzug gibt.“

Selbst der sonst so besonnene Trainer Ancelotti meinte nach den Fehlentscheidungen: „Das kann im Fußball passieren, aber nicht so eine Serie von Fehlern. Im Viertelfinale braucht man einen Schiedsrichter, der eine höhere Qualität hat.“ Arjen Robben meinte: „So kämpfst du gegen etwas, auf das du keinen Einfluss hast.“

  • dpa
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