Fünf Fragen an Nils Weber
„Einladungen transparent handhaben“

Die Nachfrage VIP-Paketen für die Fußball-WM 2010 läuft in Europa schleppend. Ein Grund dafür ist, dass viele Firmen wegen der unklaren Rechtslage zögern, Kunden und Geschäftspartnern Tickets zu Sportveranstaltungen zu schenken. Im Interview verrät der Rechtsanwalt Nils Weber, wie Unternehmen juristische Probleme vermeiden können.

Handelsblatt: Seit Utz Claassen, Ex-Vorstandschef des Energiekonzerns EnBW, wegen Korruptionsverdachts vor Gericht stand, weil er Karten für Fußball-WM-Spiele an Politiker verschickt hatte, sind Einladungen für VIP-Gäste in Verruf geraten. Trauen sich Firmen noch, Business-Tickets zu verschenken?

Weber: Laut Sponsoren-Vereinigung S20 beklagen immerhin 40 Prozent der von ihr befragten Unternehmen, dass ihre Hospitality-Aktivitäten durch die unklare Rechtslage beeinflusst werden. Ein Drittel wird in Zukunft weniger in dem Bereich machen.

Gegen welche Gesetze können die Firmen dabei verstoßen?

Zum einen können strafrechtliche Tatbestände wie Bestechung im geschäftlichen Verkehr, Vorteilsannahme und-gewährung sowie Untreue vorliegen. Hinzu kommt der sogenannte Compliance-Aspekt: Die Unternehmen und ihre Mitarbeiter überprüfen ihr Verhalten auf Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben. Für rechtliche Grauzonen stellen sie unternehmensinterne Regeln auf, die oft größere Restriktionen als die Gesetzeslage bewirken.

Welche steuerlichen Vorgaben macht der Staat bei solchen Einladungen?

Steuerrechtlich ist zu beachten, dass Sachzuwendungen an Arbeitnehmer und Dritte - darunter fallen Hospitality-Einladungen - zu versteuern sind. Dabei besteht die Möglichkeit einer Pauschalbesteuerung, so dass beim Zuwendungsempfänger keine Steuerlast mehr besteht.

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