Fünf Jahre BVB-Aktie
Pioniertat mit Abschreckung

Vom Pioniergeist vergangener Tage ist wenig geblieben. Knapp fünf Jahre nach dem ersten Börsengang eines deutschen Fußball-Unternehmens am 31. Oktober 2000 könnte die Ernüchterung bei Borussia Dortmund kaum größer sein. Doch die Perspektive ist nicht völlig hoffnungslos. Denn der neue BVB-Chef Hans-Joachim Watzke ist überzeugt: „Borussia Dortmund ist noch immer eine starke Marke."

HB DORTMUND. Was als ermutigendes Signal für potenzielle Nachahmer gedacht war, hatte abschreckende Wirkung. „So lange es andere Möglichkeiten der Kapitalzufuhr gibt, werden die Bundesligisten in Zukunft diesen Schritt meiden“, prognostiziert Carsten Heise, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Der mit viel Skepsis begleitete Schritt der Borussia verhalf nicht zum erhofften Höhenflug. Wie eine Karikatur wirkt aus heutiger Sicht das damalige Foto vom Aktien-Bullen vor der Frankfurter Börse mit BVB-Fanschal. Auch die Ankündigungen des einstigen Geschäftsführers Gerd Niebaum zum Börsenstart offenbaren im Nachhinein eine verklärte Sicht der Dinge: „Die Zeit ist reif für den Börsengang. Der BVB ist nun einer der wohlhabendsten Sportvereine der Welt.“

Die Wirklichkeit belehrte den Juristen eines Besseren: Nicht einmal den ersten Handelstag überstand der Ausgabekurs von 11 Euro schadlos. Inzwischen notiert das Papier bei knapp 2,30 Euro - einem Fünftel des Emissionspreises. Selbst Watzke stellt unumwunden fest: „Es erübrigt sich jegliche Analyse, die BVB-Aktie ist wahrliche keine Erfolgsgeschichte.“ Im gleichen Atemzug wirbt der Boss der GmbH und Co. KGaA jedoch für das bisher einzige Bundesliga-Wertpapier auf dem Parkett: „Wenn, dann würde ich jetzt kaufen.“

Watzke, der einst selbst Aktien zum Ausgabekurs von elf Euro erwarb, glaubt mittelfristig an einen Anstieg des Kurses auf fünf Euro. Derzeit dümpelt der Preis für einen Anteilsschein im Keller bei etwa 2,30 €. „Wir sind dabei, mit unseren Aufräumarbeiten das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen“, sagt der Nachfolger des Schulden-Duos Gerd Niebaum und Michael Meier, das den Traditionsklub einst an die Börse, aber wenig später auch mit Verbindlichkeiten von 118,9 Mill. € an den Rand des Ruins führte.

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