Für Griechenland steht nun die WM-Qualifikation im Mittelpunkt
Europameister am Boden

Der Gewinn des EM-Titels jährt sich Anfang Juni zum ersten Mal. Doch von dem historischen Triumph spricht in Griechenland mittlerweile niemand mehr. Vom Glanz des vergangegen Jahres ist bei Rehagels EM-Helden nicht mehr viel zu sehen.

HB FRANKFURT/MAIN. Otto Rehhagel wollte es nicht glauben, seine gedemütigten EM-Helden weinten Tränen der Enttäuschung und fürchteten bereits die Wut in der Heimat. "Natürlich ist ganz Griechenland unzufrieden. Wir sind nicht mehr in Portugal. Wir zeigen nicht mehr unsere Qualität", sagte der ehemalige Werder-Stürmer Angelos Charisteas nach dem vorzeitigen Aus im Confederations Cup. Während Coach Rehhagel 350 Tage nach dem EM- Gewinn das Augenmerk auf das nächste Match in der WM-Qualifikation richten wollte, in der den Griechen ebenfalls das Aus droht, befand die Sportzeitung "SPORtime": "Der Stern des Sommers 2004 erlischt."

Besiegelt wurde der Absturz der einstigen Himmelsstürmer durch die 0:1-Niederlage am Sonntagabend im ersten Duell Griechenlands mit Asienmeister Japan, der nun mit einem Sieg am Mittwoch gegen Brasilien sogar ins Halbfinale einziehen kann. Für Griechenland, das zum Auftakt beim 0:3 von Weltmeister Brasilien vorgeführt worden war, geht es gegen Gruppenspitzenreiter Mexiko erneut in Frankfurt nur noch um einen ehrenvollen Abschied. "Ich hatte bei diesem Turnier gedacht, dass meine Spieler noch mal über ihren Schatten springen und alles aus sich rausholen", meinte Rehhagel, dem Verbandspräsident Vassilis Gagatsis erneut zusicherte, solange bei den Griechen arbeiten zu können, wie er wolle. "Ich weiß nicht, was uns fehlte. Wir haben alles versucht. Nichts ging", sagte Mittelfeldspieler Vassilios Tsiartas vom 1. FC Köln mit Tränen in den Augen.

Griechenland 2005 hat mit dem Team des Vorjahres die meisten Namen noch gemeinsam. Nicht mehr aber den Elan und die Leidenschaft. Geschweige denn die Ordnung und taktische Disziplin. Sobald Spieler aus der Stamm-Mannschaft fehlen, wie Kapitän Theodoros Zagorakis und Rechts-Verteidiger Georgios Seitaridis gegen Japan oder Abwehr-Hüne Traianos Dellas im gesamten Turnier, ist die Mannschaft nur noch Mittelmaß. Der Erfolg bei der EM entpuppt sich langsam aber sicher als Eintagsfliege. "Wir sind immer noch Griechenland", betonte Libero Angelos Basinas.

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