Für Hitzfeld ist van Bommel ein Segen
Bayern haben endlich wieder einen Leitwolf

Der holländische Mittelfeldspieler Mark van Bommel schickt sich an, die lange verwaiste Rolle eines Stefan Effenberg zu übernehmen.

MÜNCHEN. Zwei erfreuliche Nachrichten hat der FC Bayern München unter der Woche zugesandt bekommen. Die erste erreichte die Geschäftsstelle Dienstagabend, aus Buenos Aires wurde vermeldet: Alles klar mit Jose Sosa, 21 und Mittelfeldregisseur vom argentinischen Meister Estudiantes de la Plata. So gut wie, jedenfalls, es fehle nur noch die ärztliche Untersuchung, verkündete Bayerns Manager Uli Hoeneß, dann könne man „Vollzug melden“.

Die zweite mit Absender Nyon, Sitz des Europäischen Fußballverbandes Uefa im Schweizer Kanton Waadt, folgte einen Tagt später. Mark van Bommel darf im Achtelfinalrückspiel der Champions League gegen Real Madrid auflaufen. Für seine angeblich „obszöne Geste“ nach seinem Anschlusstreffer zum 2:3 im Hinspiel, ist er lediglich mit einer Geldstrafe von 6 200 Euro gerügt worden. Zudem soll er vor Nachwuchsspielern über Fair-Play referieren.

Kollektive Erleichterung folgte auf die erste Nachricht nicht, trotz Vorvertrag hatte Sosa den Transfer-Poker wieder aufgenommen und deutlich höhere Bezüge gefordert. Erst als die Bayern mit einem Einspruch beim Weltverband Fifa drohten und auf die vereinbarten 3,5 Millionen Euro Gehalt 700 000 Euro drauf legten, soll Sosa seine „Freude“ darüber ausgesprochen haben, „für die Bayern ab Juli auflaufen zu dürfen.“ Am Sonntag wird er zum Medizin-Check erwartet.

Am Samstag trifft der Tabellenvierte in der Hauptstadt auf Hertha BSC, am kommenden Mittwoch in der Allianz-Arena auf Real Madrid, und weil danach Werder Bremen auf dem Spielplan steht, hat Owen Hargreaves die kommenden Tage schon einmal „zur Woche der Entscheidung“ erklärt. Ottmar Hitzfeld legte am Donnerstag nach: „In diesen acht Tagen können wir die Weichen wieder auf Erfolg stellen.“ Da kommt die Meldung von van Bommels mildem Strafmaß zu keinem ungünstigen Zeitpunkt. Seit dem 2:3 in Madrid und dem 2:1-Sieg vergangenes Wochenende gegen den VfL Wolfsburg verspüren die Bayern so etwas wie eine leichte Brise Hoffnung auf ein doch noch erfreuliches Ende der Saison. Und weil der Niederländer im Estadio Santiago zwei Minuten vor Schluss den so wichtigen Anschlusstreffer erzielt und auch gegen Wolfsburg traf, erkennt in dem 29-Jährigen Mittelfeldspieler so mancher im Umfeld des deutschen Rekordmeisters den Nachfolger der beiden letzten Leitfiguren in schweren Stunden: Stefan Effenberg und Michael Ballack.

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