Für Sie probiert
Ballfieber in der Bahn

Noch bevor der Fußball durch Deutschlands Stadien, Kneipen und Wohnzimmer kullert, können deutsche Fans sich einessen. Die Speisewagen der Deutschen Bahn rollen im März durch die WM-Teilnehmerländer Togo und Schweiz.

Die Speisewagen der Deutschen Bahn rollen im März durch die WM-Teilnehmerländer Togo und Schweiz. Zumindest kulinarisch. Noch bevor der Fußball durch Deutschlands Stadien, Kneipen und Wohnzimmer kullert, können deutsche Fans sich einessen.

Aus dem Heimatland von Sherif Touré, der in der 7. Liga Ostfriesland spielt und ab Juni für Togo antritt, stammt das Rezept für einen Fisch-Eintopf, der in 200 Bord-Restaurants auf die Tische kommt. Und zu Ehren von Raphael Wicky, der beim HSV spielt und die Schweizer Nationalmannschaft durch die Vorrunde dribbeln soll, wird "Züricher Kalbsgeschnetzeltes" serviert.

In Alufolie verschweißt, rasen die Spezialitäten portionsweise durch deutsche Lande, kommen im Konvektomat erst richtig auf Temperatur und dann rasch auf den Tisch. Bis Ende Juli werden jeweils vier WM-Gerichte auf der Karte der Bordrestaurants stehen - zwei aus den Regionen der zwölf Austragungsorte, zwei aus Teilnehmerländern.

Das Ruhrgebiet liegt vorn im Rezeptreigen: mit Pfeffer-Potthast - einem würzigen Rindfleisch-Eintopf, dazu Salzkartoffeln und saure Gurke. Das Traditionsrezept reklamieren die Dortmunder für sich: 1378 wurde es erstmals erwähnt.

Für die Bahn kochte zwar der Duisburger Dirk Brendel - aber für Nichtwestfalen ist das Ruhrgebiet sowieso eins. "Pfeffer-Potthast eignet sich, weil es als Eintopf gut vorzubereiten ist", sagt Brendel. "Man muss nur die Gurke dazulegen."

Im Duisburger Gasthof "Brendel" kann der Gast Pfeffer-Potthast essen, ohne dass Landschaften oder Tunnel am Fenster vorbeirauschen. Statt mit saurer Gurke auch schon mal mit Roter Beete.

Für Bahnverweigerer und Hobbyköche gibt es 50 der Rezepte ab Ende April unter dem Titel "Kochen wie die Weltmeister" (Tre Torri Verlag, ca. 19,90 Euro). Einige Lieblingsgerichte der Fußball-Nationalspieler werden allerdings zwangsläufig Niederlagen-Speisen sein. Ob der Pfeffer-Potthast dazugehören wird, muss die momentan arg gescholtene Truppe noch zeigen. Dirk Brendel jedenfalls sieht den Eintopf im Endspiel. Aber dann von Brasilianischem geschlagen.

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