Fußball 2.Bundesliga
1. FC Nürnberg Top-Favorit auf den Aufstieg

Für die 18 Trainer der 2. Bundesliga ist der 1. FC Nürnberg Top-Favorit auf den Aufstieg. Die beiden anderen Absteiger aus Rostock und Duisburg wurden ebenfalls oft genannt.

18 Trainer, ein Favorit: Für die Trainer der Zweitligisten war der Abstieg des 1. FC Nürnberg ein Betriebsunfall, der sofort korrigiert wird. In einer Umfrage des Sport-Information-Dienstes (sid) nannten die Coaches von Rostock bis Freiburg unisono den "Club" als ersten Anwärter auf die Aufstiegsplätze.

Selbst FCN-Trainer Thomas von Heesen kam nicht drumherum, seiner Mannschaft die Favoritenrolle zuzusprechen. "Wir wollen die Scharte auswetzen und in die Bundesliga zurück. Deshalb stellen wir uns dieser Herausforderung. Unsere größten Konkurrenten sind sicher die beiden anderen Absteiger", sagte von Heesen: "Allerdings hast du da immer noch ein, zwei Überraschungsteams, die mitmischen."

Eine dieser Mannschaften könnte 1 860 München sein. Die Bender-Zwillinge Lars und Sven und zwei weitere U20-Europameister haben die Trainer beeindruckt. "Es ist damit zu rechnen, dass sich 1 860 stark verbessert", meint Benno Möhlmann (Spvgg Greuther Fürth), Milan Sasic (1. FC Kaiserslautern) hat 1 860 auch "auf der Rechnung". Dem FSV Mainz 05 - nach dem Ende der Ära Jürgen Klopp - sowie dem SC Freiburg werden ebenfalls Aufstiegschancen eingeräumt.

Ansonsten gilt frei nach Dinner for one "same procedure as every year" - die drei Absteiger erhalten die meisten Nennungen. "Logischerweise sind diese Teams ja immer favorisiert, aber alle schaffen es nie", betont Sasic. Frank Pagelsdorf von Hansa Rostock zählt gleich die halbe Liga auf: "Ich sehe keinen klaren Favoriten, sondern einen großen Kreis von neun oder zehn Mannschaften. Dazu gehören die Absteiger, Mainz, Freiburg, Kaiserslautern, Fürth, Aachen sowie 1 860 München. Die Entscheidung wird spät fallen."

Zwei-Klassen-Gesellschaft befürchtet

Jürgen Seeberger (Alemannia Aachen) sieht Nürnberg ebenfalls ganz vorne, erwartet aber eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. "Ich sehe eine zweigeteilte Liga mit je neun Vereinen, die um den Aufstieg und gegen den Abstieg kämpfen."

Offene Aufstiegsambitionen formulieren wenige. Neben Rudi Bommer (MSV Duisburg), von Heesen und Pagelsdorf wagt Jörn Andersen (Mainz) eine optimistische Prognose. "Wir haben eine gute Truppe und wollen Gas geben. Wir sind eine von sechs oder sieben Mannschaften, die aufsteigen können und wollen." Möhlmann sagt das Wort "wir" in seiner Aufzählung fast beiläufig - in Fürth ist man in den letzten Jahren zu häufig enttäuscht worden.

Der Rückkehrer zählt zum Kreis der Anwärter noch den 1. FC Kaiserslautern, Trainer Sasic jedoch versicherte, nach dem "großen Umbruch" sei der Aufstieg ein "eher mittelfristiges Ziel". St. Pauli tanzt mal wieder aus der Reihe: Holger Stanislawski hat die Meinung, dass Alemannia Aachen ein Wörtchen mitreden könnte, ligaexklusiv.

Was die anderen denken, formuliert Christian Wück von Aufsteiger Rot-Weiß Ahlen: "Ganz klarer Favorit ist der 1. FC Nürnberg." Trotz aller Vorschusslorbeeren allerdings gilt eine Weisheit, die Uwe Rapolder (TuS Koblenz) auf die Frage nach den Aufsteigern zum besten gab: "Es werden die aufsteigen, die am Ende die ersten beiden Plätze belegen." Die Relegation, in der es noch ein dritter Klub schaffen kann, hatte er da wohl vergessen.

© SID

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