Fußball 2.Bundesliga
100 000 Euro Geldstrafe für Hansa Rostock

Das DFB-Sportgericht hat nach den Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock durchgegriffen. Rostock muss 100 000 Euro Strafe zahlen und ein Heimspiel vor leeren Stehrängen austragen.

Nach den Ausschreitungen im Montagsspiel der 2. Bundesliga zwischen Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) durchgegriffen und Strafen gegen beide Klubs verhängt. Hansa wurde zu einer Geldbuße in Höhe von 100 000 Euro verurteilt und darf am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen TuS Koblenz die Stehplatzränge im Ostseestadion nicht besetzen.

Von einer Platzsperre oder gar einem Punktabzug blieb Hansa allerdings verschont. Da die 29 000 Zuschauer fassende Arena am Sonntag nicht einmal zur Hälfte gefüllt sein wird, muss der Tabellenzweite zusätzlich mit Mindereinnahmen von 200 000 Euro rechnen.

Auch Essen muss zahlen

"Der FC Hansa hat dem Urteil nicht zuletzt deshalb zugestimmt, weil ganz klar die Verantwortung beider Vereine für diese schändlichen Vorfälle unterstrichen wird", sagte Hansas Aufsichtsratsvorsitzender Horst Klinkmann: "Außerdem war es das Ziel der leitenden Organe, vor dem jetzt in seine entscheidende Phase gehenden Aufstiegskampf jegliche Belastung von unserer Mannschaft fernzuhalten." Die Essener müssen wegen mangelnder Sicherheitsleistungen eine Geldstrafe von 30 000 Euro zahlen.

Bereits im September vergangenen Jahres war Rostock wegen rassistischer Pöbeleien einiger Fans gegenüber Nationalspieler Gerald Asamoah im DFB-Pokalspiel der zweiten Mannschaft gegen Bundesligist Schalke 04 zu einer Strafe von 20 000 Euro sowie einem "Geisterspiel" verurteilt worden.

Hansa und Rot-Weiss stimmten den Anträgen des DFB-Kontrollausschusses am Donnerstagnachmittag zu. Dr. Rainer Koch, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, bestätigte den Antrag. Damit waren die Urteile relativ schnell rechtskräftig. Mit einem Ergebnis war eigentlich erst in der kommenden Woche gerechnet worden.

Hansa stoppt Vorverkauf

Nach einem Rechtsgespräch von Horst Hilpert mit den Verantwortlichen von Hansa wurde bereits am Donnerstagmorgen in Rostock und Umgebung sowie in Koblenz der Vorverkauf für alle Steh- und Sitzplatztickets für das Spiel gestoppt. Die bisherigen Inhaber von Stehplatzkarten werden ihren Platz auf den Sitzplatz-Tribünen in abgetrennten Bereichen einnehmen. Die Tageskassen bleiben geschlossen.

Schiedsrichter Jochen Drees (Mainz) hatte das Spiel in Essen (0:0) für 13 Minuten unterbrechen müssen, nachdem es im Hansa-Fanblock zu schweren Ausschreitungen und zur Zündung von Feuerwerkskörpern gekommen war. Insgesamt gab es 14 Verletzte, 75 Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Krisensitzung in Rostock

Trotz des schnellen Urteils will sich Hansa am Freitag in einer Krisensitzung mit den Vorfällen beschäftigen. Daran sollen auch Vertreter des Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern teilnehmen. "Unter dem Eindruck der Ereignisse in Essen und in Sorge darum, dass die Zwischenfälle einen großen Imageschaden nicht nur für Hansa, sondern auch für das Land verursachen können, haben wir uns entschlossen, in diesem Kreis zusammenzutreten", sagte Klinkmann.

Am Mittwoch hatte die wegen der Vorfälle gegründete Sonderkommission des Klubs als erste Maßnahme die Fans um Mithilfe bei der Identifizierung der Täter gebeten. Laut Rainer Friedrich, Geschäftsführer der Ostseestadion Gmbh, seien bereits zahlreiche Hinweise auf mutmaßliche Täter eingegangen. Für jeden identifizierten Randalierer werde die Kommission sowohl beim DFB als auch bei Hansa Rostock ein Stadionverbot beantragen.

© SID

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