Fußball 2. Bundesliga
Abruptes Ende der „Daumania“

dpa KÖLN. Vor dem Spiel herrschte Aufbruchstimmung, beim Schlusspfiff betretenes Schweigen. Binnen 90 Minuten erlosch beim 1. FC Köln nach dem 1:3 (0:2) gegen den MSV Duisburg der Glaube an das gelobte Fußball-Land.

Das „Alb-Daum-Debüt“ („Express“) von „Messias“ Christoph Daum machte allen Beteiligten klar, dass der Aufstieg mit Magie allein nicht zu schaffen ist. Dem miserablen Auftritt seines Teams gewann der Coach nur in einer Hinsicht positive Seiten ab: „Vielleicht ist es gut, dass wir verloren haben. Sonst hätten alle gedacht, es läuft von allein, der Daum macht das schon.“

Kein Zweifel: Der als Magier in sein neues Amt eingeführte Daum steht in Köln vor der größten Herausforderung seiner bisherigen Trainertätigkeit. Mit jeder Spielminute wuchsen die Zweifel, ob er mit seiner Zusage für den schwächelnden Zweitligisten die richtige Entscheidung getroffen hat. Ausgerechnet sein ehemaliger Leverkusener Schützling Markus Daun sorgte mit einem Doppelschlag (18./30.) für das abrupte Ende der „Daumania“. Die Treffer von Klemen Lavric (80.) und Mariano Tripodi (90.+2) gingen in der vorzeitigen Massenflucht der frustrierten Kölner Fans aus dem Stadion unter.

Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist beim 1. FC Köln mittlerweile so groß wie der Grand Canyon. Nicht zuletzt deshalb wurde Daum schon im Anschluss an sein erstes Spiel auf der Bank seines neuen Clubs nach einem möglichen Szenario für einen vorzeitigen Ausstieg aus seinem bis 2010 datierten Vertrag gefragt: „Das ist nicht angedacht. Unser Konzept ist mittelfristig angelegt“, antwortete der Fußball-Lehrer. Nach wenigen Sekunden fügte er trotzig an: „Das soll kein Intermezzo werden. Unter dem Motto: Ich schau mal kurz in der 2. Liga vorbei. Aber ich möchte natürlich nicht lange in der 2. Liga bleiben.“

Bei nunmehr neun Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz kann jedoch auch eine kräftige Dosis „Vitamin D“ kaum zur erhofften Genesung beitragen. Zu allem Überfluss fallen in Ricardo Cabanas und Alpay beim Spiel in Offenbach zwei weitere Spieler wegen Sperren aus. Und doch spricht Daum noch immer von einer „bevorstehenden Aufholjagd“ und gibt sich gewohnt kämpferisch: „Dieses Spiel setzt bei mir zusätzliche Energien frei. Ich hoffe, ich kann sie in kürzester Zeit auf die Mannschaft übertragen.“

Eile tut Not. Schließlich ist der teuerste Zweitligakader nur noch vier Punkte von Rang 15 entfernt. Gedanken an einen möglicherweise drohenden Abstiegskampf mag Daum jedoch nicht verschwenden: „Wir spielen nicht jeden Tag gegen einen so starken Gegner wie Duisburg. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die Mannschaft genug Substanz hat, um oben mitzuspielen.“

Von oberster Priorität ist es, den entstandenen Schaden in den restlichen zwei Hinrunden-Spielen so gering wie möglich zu halten. In der Winterpause soll der Kader mit gezielten Transfers verstärkt werden. Manager Michael Meier hofft, dass ihm der Blick auf die Tabelle danach mehr Freude bereitet: „Die schaue ich mir im Moment nicht mehr an. Ich kann mich nicht daran gewöhnen, sondern nur darüber ärgern.“

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