Fußball 2.Bundesliga
Bochum bestraft Spieler wegen Disziplinlosigkeit

Zweitligist VfL Bochum hat gleich vier Spieler für die Partie gegen den FC Ingolstadt am Samstag aus dem Kader geschmissen. Grund ist ein zu langer Abendausflug des Quartetts.

Zweitligist VfL Bochum greift durch und bestraft gleich vier Profis wegen Disziplinlosigkeit: Der Bundesliga-Absteiger verzichtet am Samstag (13.00 Uhr/Sky und Liga total!) gegen den FC Ingolstadt aus disziplinarischen Gründen auf Mirkan Aydin, Zlatko Dedic, Milos Maric und Anthar Yahia. Nach Angaben der Westfalen haben die vier Spieler eine Abmahnung und jeweils eine Geldstrafe erhalten.

Das Quartett war am Donnerstagabend vor dem Spiel bei Hertha BSC in der Bochumer Innenstadt unterwegs und erst nach dem vereinbarten Zeitpunkt zu Hause. "Das Verhalten ist absolut inakzeptabel. Am nächsten Tag stand um 10.00 Uhr ein Mannschaftstraining an. Nicht nur, dass sie damit klar gegen die geltenden Regeln verstoßen haben, sie haben auch jegliche Sensibilität für unsere aktuelle sportliche Situation vermissen lassen", sagte Sportvorstand Thomas Ernst: "Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen und ganz eng zusammenrücken, können wir unser großes Ziel in dieser Saison noch erreichen. Dazu gehören eine professionelle Einstellung und Lebensweise sowie eine hundertprozentige Identifikation."

Nach Angaben des VfL hätten sich die vier Spieler in den Gesprächen mit Vorstand und Cheftrainer Friedhelm Funkel in Bezug auf ihr Fehlverhalten einsichtig gezeigt. Außerdem hätten sie versichert, "dass dies zum ersten und letzten Mal vorgekommen ist". Somit sei für die sportliche Führung das Thema nach dem Ingolstadt-Spiel erledigt. "Ab Sonntagmorgen um 10.00 Uhr, wenn die Mannschaft zur nächsten Trainingseinheit zusammenkommt, haben die Spieler wieder die Chance, sich durch Leistung für die Partie gegen Paderborn zu empfehlen", sagte Funkel.

Betroffenes Quartett einsichtig

Derweil bekommt der VfL sein eigenes Theaterstück. "Mein Herz schlägt nur für dich!" heißt das Werk, am 26. November ist im Kulturhaus Thealozzi im Stadtteil Weitmar Premiere. Das Ensemble, das die Besucher auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Revierklubs einlädt, nennt sich "Die Unwilligen". Mögliche Parallelen zwischen dem Namen und den Angestellten des Zweitligisten sind rein zufällig.

Der VfL Bochum, neben Mitabsteiger Hertha BSC Berlin als Topfavorit in die Saison gestartet, verkörpert derzeit biederes Mittelmaß der 2. Fußball-Bundesliga. Der sechste direkte Wiederaufstieg der Klubgeschichte ist meilenweit entfernt, neun Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz. Das Graue-Maus-Image, das der VfL verzweifelt abzulegen versucht, nachdem er es unter den Trainern Klaus Toppmöller und Peter Neururer vor und nach der Jahrtausendwende mal kurz geschafft hat, haftet mal wieder an ihm wie Pech. Funkel verkneift sich angesichts von sechs Niederlagen in zwölf Spielen optimistische Töne. "Von einer Siegesserie will ich im Moment nicht sprechen", sagt Funkel. Man müsse "von Spiel zu Spiel denken".

Kaum ein VfL-Spieler ruft derzeit seine Normalform ab, schon gar nicht dauerhaft. Fragen nach möglichen Konsequenzen im Falle einer Blamage gegen Ingolstadt weicht Funkel in Basta-Manier aus. Die 2. Bundesliga, sagt er, sei so ausgeglichen, "da gibt es keine Blamagen".

Am Freitag danach hat der VfL gegen den SC Paderborn bereits wieder ein Heimspiel. Wenn die Fans das Stadion früh verlassen, schaffen sie es vielleicht noch ins Thealozzi. Um 20.00 Uhr ist Premiere von "Mein Herz schlägt nur für dich!".

© SID

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