Fußball 2.Bundesliga
Boysen neuer Trainer bei FSV Frankfurt

Hans-Jürgen Boysen heißt der neue Trainer von Zweitligist FSV Frankfurt. Der 52-Jährige beerbt beim Tabellenvorletzen ab sofort Tomas Oral, der am Wochenende zurückgetreten war.

Missgunst am Main: Der am Dienstag beim Drittligisten Kickers Offenbach zurückgetretene Coach Hans-Jürgen Boysen hat wie erwartet einen Tag später den Trainerposten beim Zweitligisten FSV Frankfurt übernommen und damit für gewaltigen Ärger zwischen den benachbarten Klubs gesorgt.

Während Boysen nach seiner Vorstellung am Mittwochmittag um 15.00 Uhr das erste Training bei seinem neuen Klub leitete, löste die Abwerbung des 52-Jährigen durch die Frankfurter bei den Kickers großen Unmut aus. Vizepräsident Thomas Kalt bezeichnete das Vorgehen des FSV als "Ungeheuerlichkeit und Frechheit". Die Androhung, Boysen erst ab dem 1. Dezember für den FSV freizugeben, da die Kündigung des Vertrages erst ab dem 30. November gültig sei, will er aber nicht in die Tat umsetzen: "Wir haben mit ihm viel erlebt und wollen ihm keine Steine in den Weg legen."

Boysen freut sich trotz der Streitigkeiten auf den neuen Job

Unberührt von den Streitigkeiten zwischen dem Drittliga-Zweiten und dem Zweitliga-Vorletzten zeigte sich Boysen, der die Nachfolge des am Sonntag zurückgetretenen Tomas Oral antritt, bei seiner Vorstellung. "Ich habe in den letzten Tagen sehr wenig geschlafen. Ich freue mich wahnsinnig auf die Herausforderung", erklärte der Coach: "Das wird sicher keine einfache Aufgabe, aber schwierige Aufgaben sind am reizvollsten."

Boysen unterschrieb einen Vertrag bis zum Saisonende, der sich im Fall des Klassenerhalts automatisch um ein Jahr verlängert. "Ich werde versuchen, die Mannschaft in eine positive Zone der Tabelle zu hieven. Das geht aber nicht von heute auf morgen", sagte der neue Coach, der nach eigenen Angaben in den zurückliegenden Jahren bereits zwei Angebote des FSV vorliegen hatte: "Beim dritten Mal hat es nun endlich geklappt. Wir müssen jetzt mit der Mannschaft eine übereinstimmende Philosophie entwickeln. Der erste Ansatz dabei ist die Defensive."

Bei der Vorstellung Boysens betonten die FSV-Verantwortlichen, dass sie keine Ablösesumme für den Coach an die Kickers zahlen wollen, um so die Gemüter zu beruhigen. Vielmehr erläuterte Geschäftsführer Bernd Reisig noch einmal, wie die Verpflichtung des Trainers zustande kam.

Gegen Fortuna erstmals auf der Bank

"Ich habe ihn am Sonntagabend um 23 Uhr angerufen und ihm drei Fragen gestellt. Er hat alle drei Fragen mit ja beantwortet", meinte Reisig. Die Fragen waren, ob Boysen eine Ausstiegsklausel besitze, ob seine Zusammenarbeit mit den Kickers zuletzt nicht mehr die beste gewesen sei und ob er Interesse am Job beim FSV habe.

"Von meiner Seite gibt es eine unglaubliche Wertschätzung seiner Arbeit. Er kennt die Liga und die Region", begründete Reisig letztendlich die Verpflichtung Boysens, der mit seinem Team in den nächsten Tagen zwei Testspiele absolvieren wird, bevor er im Punktspiel beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf erstmals auf der Bank sitzt.

© SID

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