Fußball 2.Bundesliga
Das Rheinland-Pfalz-Derby der Gegensätze

Mit einem Sieg gegen Koblenz kann Kaiserslautern am 16. Spieltag die Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga feiern. Karlsruhe und Duisburg haben die vorderen Plätze im Blick.

Bereits am vorletzten Spieltag vor der Winterpause könnten heute aufmerksame Zuhörer auf einem vermutlich gut besuchten Betzenberg Sektkorken knallen hören. Es könnte aber auch die Türe der Gästekabine sein. Der 1. FC Kaiserslautern kann sich im rheinland-pfälzischen Duell mit einem "Dreier" die Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga sichern und die missliche Lage bei Kontrahent TuS Koblenz weiter verschärfen. Der Karlsruher SC und der MSV Duisburg wollen im direkten Duell den jeweiligen Aufwärtstrend der letzten Wochen unterstreichen und ihre zarten Aufstiegshoffnungen nähren. Alemannia Aachen will im Duell gegen den forschen Aufsteiger SC Paderborn (alle 18 Uhr, live auf Sky und Liga total) beweisen, dass der 2:0-Erfolg am Fürther Ronhof keine Eintagsfliege war.

Unterschiedlicher können die Vorzeichen in Rheinland-Pfalz kaum sein: Der 1. FC Kaiserslautern thront mit 36 Punkten an der Tabellenspitze und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Rückkehr ins Oberhaus machen, der Gast aus Koblenz droht mit zwölf Zählern auf Relegationsplatz 16 den Anschluss ans sicher rettende Ufer zu verlieren. Die "Roten Teufel" sind nach Fortuna Düsseldorf die zweitstärkste Heimelf der Liga, erst einmal in dieser Saison verließen die "Roten Teufel" den eigenen Platz als Verlierer (0:2 gegen Düsseldorf). Die TuS dagegen präsentiert sich auswärts äußerst zahm: Erst ein Auswärtssieg gelang (2:1 bei Greuther Fürth), ligaweit die zweitschwächste Bilanz.

Duell mit eingebauter Torgarantie

Zu den Langzeitverletzten Abel, Hornig und Kotysch auf Seiten der Lauterer gesellte sich unter der Woche "Sechser" Bastian Schulz (Kreuzbandanriss) hinzu. Bei Flügelflitzer Sidney Sam wird nach überstandener Oberschenkelzerrung erst kurzfristig über einen Einsatz entschieden. Bei den Koblenzern stehen nach wie vor Hudec, Lense, Müller, Bender und Stahl auf der Verletztenliste.

Die Treffen Kaiserslautern gegen Koblenz hatten in den letzten drei Jahren immer eine eingebaute Torgarantie. Fünf Tore fielen im Schnitt und wie heute brannte auf dem Betzenberg immer Flutlicht.

"Zebras" im Karlsruher Wildpark

Eher auf Augenhöhe und im Aufwind befinden sich der Karlsruher SC und der MSV Duisburg. Die Badener haben drei ihrer letzten vier Spiele gewonnen und sich in die obere Tabellenhälfte vorgearbeitet. Auch beim MSV läuft es seit dem Trainerwechsel: Die letzten fünf Partien wurden allesamt nicht verloren und bei drei Zählern Rückstand auf Relegationsplatz drei ist auch der Begriff "Aufstieg" kein Fremdwort mehr im "Zebralager".

Die dramatische Personalsituation hat sich ein wenig entspannt. Korzynietz, Wagner, Fahrenhorst und Larsen können verletzungsbedingt allerdings weiterhin nicht mitmischen, Tiffert muss wegen seiner fünften Verwarnung zuschauen. Beim KSC müssen Matthias Langkamp, Timm, Porcello und Krebs passen.

Spiel eins nach Aachener Gipfelsturm

Nicht nur in Kaiserslautern spielt ein Spitzenreiter: Am Aachener Tivoli spielt der frischgebackene Tabellenführer der "ewigen" Zweitligatabelle gegen die aktuelle Nummer 78: Alemannia empfängt den SC Paderborn. Die "Kaiserstädter" haben ihre Talfahrt nach zwei Pleiten hintereinander gegen Kellerkinder mit dem 2:0 bei Greuther Fürth gestoppt. Nun soll mit einem weiteren "Dreier" gegen den Aufsteiger der Sprung ins vordere Mittelfeld der Tabelle vollzogen werden.

Das kann gelingen, denn der mit nur einem Punkt mehr bestückte Gegner aus Paderborn hat den Großteil seiner 20 Punkte auf eigenem Rasen eingefahren (14). Zudem gingen die beiden bisherigen Zweitligaduelle an die "Kartoffelkäfer" (2007/08: 3:1, 2005/06: 2:1).

© SID

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