Fußball 2.Bundesliga
Daum: "Es geht um keinen Schönheitspreis"

Coach Christoph Daum hat mit großen Emotionen und einer klaren Zielvorstellung das Kommando beim 1. FC Köln offiziell übernommen. "Ich bin mir nicht zu schade, in der zweiten Liga zu arbeiten", sagte der 53-Jährige.

Mit großen Emotionen und einer klaren Zielvorstellung hat Trainer Christoph Daum das Zepter beim Zweitligisten 1. FC Köln offiziell in die Hand genommen. "Ich habe eine Pro- und Contra-Liste gemacht, aber am Ende haben Herz und Gefühl entschieden. Das ist wie in der Liebe", begründete Daum bei seiner Vorstellung das überraschende Engagement beim abgestürzten Traditionsklub in der zweiten Liga.

Als Daum, der einen Vertrag bis 2010 unterschrieb, pünktlich um 10.30 Uhr im feinen Zwirn erstmals die Bühne des Kölner WM-Stadions betrat, stand er wie zu besten Zeiten im Blitzlichtgewitter. Mehr als ein Dutzend Kameras waren auf den "Zampano" gerichtet. Anschließend folgte vor 9 000 Zuschauern die erste Trainingseinheit, für die der FC extra die Stadiontore geöffnet hatte. Daum hat seit seiner Zusage vor einer Woche ganz Köln in einen Ausnahmezustand versetzt.

"Wieder in den deutschen Spitzenbereich vordringen"

Und Daum wäre nicht Daum, wenn er nicht große Ziele im Gepäck gehabt hätte. "Ich versuche die Basis herzustellen, damit der FC in einigen Jahren wieder in den deutschen Spitzenbereich vordringen kann", gab der Fast-Bundestrainer zu Protokoll. Doch die langfristigen Konzepte müssen vorerst hinten anstehen. "Arbeiten, arbeiten, arbeiten", heiße vorerst die Devise. "Es geht bis Weihnachten um keinen Schönheitspreis, sondern nur um Punkte", analysierte der Coach die Situation, die sich mit sechs Punkten Rückstand zu einem Aufstiegsplatz derzeit unbefriedigend darstellt.

Für die Verpflichtung von Daum hatte der FC seit der Entlassung von Hanspeter Latour Anfang November alle Hebel in Bewegung gesetzt. "Er ist nicht nur ein Magier, sondern ein kompetenter Vertreter seiner Zunft. Die Verpflichtung von Daum ist für den Klub ein Befreiungsschlag. Damit setzt zwar kein Automatismus zu größerem Erfolg ein, aber die Wahrscheinlichkeit ist größer geworden, den Klub wieder auf eine solide Basis zu stellen", schwärmte Manager Michael Meier in höchsten Tönen von Daum und kündigte bereits an: "Es wird nicht langweilig."

"Der FC ist weiterhin ein Markenartikel"

Wie 1986, als Meier dem Coach bei seinem erstmaligen Engagement (bis 1990) den Weg in den Profifußball geebnet hatte, will das Duo den Klub Schrit für Schritt zurück nach oben führen. "Der FC ist weiterhin ein Markenartikel, der weltweit seinen Stellenwert besitzt. Noch heute wird der Klub mit Namen wie Schumacher, Littbarski oder Häßler in Verbindung gebracht. Da wollen wir wieder hin", meinte Daum und vergleicht seine Arbeit in der Domstadt mit der Situation beim italienischen Rekordmeister Juventus Turin: "Juve spielt auch in der zweiten Liga und trotzdem sind prominente Spieler wie Buffon oder del Piero geblieben."

Dass es sechs Jahre gedauert habe, bis er nach Deutschland zurückkehrte, habe nichts mit der spektakulären Drogen-Affäre zu tun gehabt. "Ich habe mich jederzeit in der Lage gefühlt, wieder in Deutschland zu arbeiten. Ich hatte bereits kurz danach wieder Angebote und haben auch viele ausgeschlagen", sagte der vierfache Familienvater.

Nun also der FC, dem er zuerst eine Absage erteilt hatte. "Die Entscheidung gegen den FC sollte eigentlich eine Befreiung auslösen, aber danach war Totentanz angesagt. Ich habe mich nicht wohl gefühlt und mich umentschieden", meinte Daum. Gesundheitlich sei er nach seiner Mandeloperation noch nicht wieder bei 100 Prozent: "Ich hoffe aber, dass ich dem FC auch mit 50 Prozent helfen kann." Am Sonntag beim 2:1-Sieg in Fürth hatte Daum im Hintergrund schon erfolgreich die Fäden gezogen.

© SID

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