Fußball 2.Bundesliga
Daums Versprechen: Sport statt Drogen

Christoph Daum hat den Drogen endgültig abgeschworen und will auch in der Zukunft absolut "clean" bleiben. Den Druck kompensiert der Coach des 1. FC Köln mit Sport: "Es tut mir gut, wenn ich mich richtig verausgabe:"

Trainer Christoph Daum vom Zweitligisten 1. FC Köln schließt einen Drogen-Rückfall aus. "Ja, das nehme ich für mich in Anspruch. Es kann zwar sein, dass ich wieder in ganz schwierige Situationen gerate. Wer weiß denn, was das Leben noch an Herausforderungen birgt. Aber dann würde ich es anders lösen. Etwa durch aktiven Sport. Es tut mir gut, wenn ich mich richtig verausgabe, wenn ich jeden Muskel spüre", sagte der 53-Jährige im Interview mit der Bild am Sonntag.

Tiefpunkt im Jahr 2000

Seine Kokain-Affäre im Jahr 2000 hatte den Fußball-Lehrer den angepeilten Bundestrainerposten gekostet. Sein damaliger Arbeitgeber Bayer Leverkusen vollzog damals nach seiner positiven Haarprobe die Trennung von Daum, der daraufhin ausschließlich im Ausland gearbeitet und erst jetzt, in Köln, wieder eine Anstellung in Deutschland antrat.

Im Interview mit dem Nachrichten-Magazin Spiegel nahm Daum zu den Auswirkungen des damaligen Drogen-Skandals Stellung: "Ich bin aus der Sache gestärkt hervorgegangen, ich habe das alles mit meiner Familie und meinen Kindern, die mir die nächsten Menschen sind, aufgearbeitet. Ich bin im Reinen mit mir und auf alle Leute zugegangen, von denen ich meinte, da müsste es ein klärendes Gespräch geben. Ich habe Briefe geschrieben und alles Menschenmögliche getan, um die Sache auszuräumen, die nicht mehr rückgängig zu machen war. Niemand ist fehlerfrei, das kann, glaube ich, keiner von sich behaupten."

Viele Freunde verloren

In der Bams sprach Daum auch über seinen Freundeskreis: "Über 90 Prozent meines Freundeskreises sind weggefallen. Es gab Menschen in meinem nächsten Umfeld, die genau wissen, was ich für sie und andere getan habe. Und sie sind trotzdem über mich hergefallen, weil ich einen Fehler gemacht habe."

Besonders getroffen habe ihn der Vorwurf, er sei ein Lügner ("Wer mich Lügner nennt, ist bei mir unten durch"). Dabei hatte der ehemalige Meister-Coach des VfB Stuttgart zunächst die Einnahme von Drogen öffentlich bestritten und tatsächlich die Unwahrheit gesagt. Er habe zwar den Drogenkonsum geleugnet, "aber ich bin kein notorischer Lügner. Abgesehen von diesem einen Fall war und bin ich immer ein vertrauenswürdiger Partner".

© SID

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