Fußball 2.Bundesliga
Finke kündigt Abschied aus Freiburg an

Nach über 15 Jahren wird Trainer Volker Finke seine Tätigkeit als Trainer beim SC Freiburg beenden. Der Traditionsklub aus dem Breisgau teilte am Donnerstag mit, dass Finke zum Saisonende in Freiburg aufhört.

Nach knapp 16 Jahren wird die sportliche Ehe zwischen Trainer Volker Finke und Zweitligist SC Freiburg am Saisonende geschieden. Darauf verständigte sich das Präsidium des Tabellen-14. mit dem 58 Jahre alten Finke nach dem Ende einer Vorstandssitzung am Mittwochabend. Damit verlässt der dienstälteste Coach im deutschen Profifußball im Sommer 2007 seine "alte Liebe", nachdem das "Denkmal" Finke durch die Talfahrt der Breisgauer in den vergangenen Wochen bereits tiefe Risse bekommen hatte.

Bis zum Saisonende sprach das Gremium dem früheren Oberstudienrat aber trotz der sportlichen Krise einstimmig das "uneingeschränkte Vertrauen" aus, wie es in einer Präsidiumserklärung heißt. Finke sei "mehr als jeder andere geeignet", die derzeit schwierige Situation zu meistern.

"Wichtiger Schritt in richtige Richtung"

Nach Angaben von Präsident Achim Stocker soll Finke bei der Suche nach seinem Nachfolger sogar eingebunden werden. "Wir sind überzeugt, dass es uns mit diesen Entscheidungen gelungen ist, in einer schwierigen Situation einen ganz wichtigen Schritt in die richtige Richtung zu machen", sagte Stocker und erhofft sich durch die Trennung von Finke den nötigen Impuls für eine gesicherte Zukunft: "Der SC Freiburg steht nicht nur für eine glaubwürdige, vernünftige und perspektivische Handlungsweise - sie ist auf Dauer gesehen auch seine einzige Chance, im Profifußball eine gute Rolle zu spielen."

Stocker erläuterte im DSF noch einmal die Entscheidung und lobte die von Finke geleistete Arbeit. "Wir gehen nicht im Bösen auseinander. Nach 16 Jahren ist es an der Zeit, sich nach einem neuen Trainer umzuschauen. Finke hat hier Enormes geleistet, er hat uns zehn Bundesligajahre beschert. Wir sind mit ihm aufgestiegen. Ob wir das je ohne ihn geschafft hätten, möchte ich doch sehr bezweifeln", erklärte der Klubchef.

Finke, der seit dem 1. Juli 1991 auf der Trainerbank der Breisgauer sitzt und stets per Handschlag um ein Jahr verlängerte, war nach der 0:4-Heimpleite am vergangenen Montag gegen den Karlsruher SC zum wiederholten Male zur Zielscheibe harscher Kritik der Fans ("Finke raus") geworden. Der in der Saison 2004/2 005 aus der Bundesliga abgestiegene Uefa-Cup-Teilnehmer steht nur auf Grund der besseren Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsplatz der 2. Liga. Finke ist sich trotz der prekären Lage nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg und dem Spott der eigenen Anhänger ("Nie mehr 2. Liga") sicher, dass er das Ruder noch herumreißen kann.

Trainer zeigte sich einsichtig

"Da musst du einen klaren Kopf und viel Ruhe bewahren, um den Schalter wieder umzulegen", meinte der Trainer nach der Schlappe der einstigen "Breisgau-Brasilianer" gegen den KSC, zeigte sich aber einsichtig. Finke: "Wir müssen die Tabelle akzeptieren. Wir haben eine furchtbare Halbserie gespielt."

Bei der Suche nach seinem Nachfolger will Finke dem Verein hinter verschlossenen Türen helfen und danach dem Klub beratend zur Seite stehen. Gedanken über einen Vereinswechsel habe er sich nicht gemacht. "Ich hatte so viele Möglichkeiten, zu anderen Vereinen zu gehen, habe mich aber immer inhaltlich dafür entschieden, dass hier ein guter Standort ist", sagte er dem DSF.

Bereits vor der Sitzung am Mittwochabend hatte Vorstandsmitglied Fritz Keller indirekt deutlich gemacht, dass sich Finke eigentlich nur selbst entlassen könne. "Wir werden sicher niemanden nach 15 Jahren so einfach vor die Tür setzen", hatte Keller betont.

© SID

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