Fußball 2.Bundesliga
" Geißböcke" stehen heute in Gladbach unter Druck

Borussia Mönchengladbach empfängt heute den Erzrivalen 1. FC Köln zum Spitzenspiel in der 2. Bundesliga. Das Aufeinandertreffen der Traditionsklubs könnte auf dem Weg ins Oberhaus richtungsweisenden Charakter besitzen.

Der 75. West-Klassiker zwischen Borussis Mönchengladbach und dem 1. FC Köln steigt heute Abend (20.15 Uhr/live bei Premiere) in der 2. Bundesliga. Das Duell der rheinischen Erzrivalen besitzt im Aufstiegskampf richtungsweisenden Charakter für beide Traditionsklubs. Während die heimischen "Fohlen" ihre Spitzenposition nach zuletzt sechs Siegen in Serie mit einem weiteren Erfolg ausbauen können, stehen die "Geißböcke" aus der Domstadt vor dem Gastspiel im Borussia-Park gehörig unter Druck. Sechs Punkte trennen beide Klubs in der Tabelle vor dem Derby.

"Es ist Wahnsinn, was sich am Montag abspielen wird", kündigte FC-Trainer Christoph Daum bereits im Express an. Wohl wahr: Gladbach gegen Köln, das ist Rivalität pur. Acht Meisterschaften, sieben Pokaltriumphe und zwei Europacupsiege haben die beiden Westklubs zusammen geholt. Doch nicht nur eine ruhmreiche Vergangenheit, sondern auch der Niedergang in die Zweitklassigkeit verbindet beide Klubs miteinander.

"Leider spielen wir beide in der falschen Liga. Das Beste wäre doch ein Derby im nächsten Jahr in der 1. Bundesliga", meinte Kölns Oldie Matthias Scherz, der schon einige Schlachten mit dem Nachbarn vom Niederrhein mitgemacht hat. Und dabei hatte meist die Borussia das bessere Ende für sich: 40-mal siegte Gladbach, nur 20-mal der FC, dazu gab es 14-mal eine Punkteteilung.

Und auch diesmal geht die Borussia aus der besseren Position in das Derby. Nach einer Serie von sechs Siegen in Folge steht die "Fohlen-Elf" trotz eines großen Umbruchs im Sommer wieder auf einem Aufstiegsplatz. Nichts anderes als die Rückkehr in die Bundesliga war auch das ausgegebene Ziel der Kölner vor der Saison. Doch auch ein Starcoach auf der Bank, ein Gesamtetat von über 40 Mill. Euro und eine große Einkaufstour in der Sommerpause garantierten beim FC wieder einmal keinen Erfolg.

Kölner Motto: Verlieren verboten

Sechs Punkte liegen die Kölner hinter Gladbach, und so heißt auch das Motto "Verlieren verboten". Daum ist trotz der Achterbahnfahrt im ersten Saisonviertel zuversichtlich: "Ich spüre bei der Mannschaft keine Angst, so nach dem Motto: hoffentlich geht das gut. Im Gegenteil: Es herrscht freudige Erwartung."

Dabei muss der FC weiter auf Angreifer Nemanja Vucicevic verzichten. Der 30-jährige Serbe hat seinen Außenbandanriss im rechten Knie immer noch nicht auskuriert. Sorgen hat aber auch Gladbachs Coach Jos Luhukay, der als Co-Trainer in Köln bereits zweimal aufgestiegen war. So droht Oliver Neuville aufgrund einer Sprunggelenksverdrehung auszufallen.

Wenn am heutigen Montag die Westrivalen im mit 54 067 Zuschauern ausverkauften Borussia-Park aufeinandertreffen, fieben auch die Stars von einst mit. "Wir sind uns alle einig, dass diese beiden Klubs eigentlich in die Bundesliga gehören. Für beide kann es eine Geburtsstunde sein, sich umzuorientieren", meinte der frühere Gladbach-Profi und -Trainer Rainer Bonhof.

Auch für seine ehemaligen Kölner Kontrahenten Bernd Cullmann und Dieter Prestin hat das bevorstehende Aufeinandertreffen zwischen Spitzenreiter Borussia und dem Tabellen-Siebten aus Köln besonderen Charakter. "Dieses Spiel kann richtungweisend sein", sagt der einstige Defensivspieler Prestin und wird von seinem Kollegen Cullmann bestätigt: "Das kann für den FC die Wende werden."

Wie vor 30 Jahren: Am 1. Oktober 1977 trafen die mäßig gestarteten Kontrahenten wie am heutigen Montag im Rahmen des 10. Spieltags aufeinander. Vor 32 000 Zuschauern auf dem Bökelberg feierten die Kölner unter Trainer-Guru Hennes Weisweiler, der die Borussia zu drei Meisterschaften geführt hatte, ein 5:2 beim Titelverteidiger und wurden in einem irren Saisonfinale deutscher Meister. Der FC siegte damals 5:0 auf St. Pauli und wies die bessere Tordifferenz gegenüber Gladbach auf. Das 12:0 in Düsseldorf gegen Borussia Dortmund reichte den "Fohlen" nicht mehr.

© SID

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