Fußball 2.Bundesliga
Gerd Schädlich schmeißt in Aue das Handtuch

Erzgebirge Aue und Gerd Schädlich gehen zum 1. Januar getrennte Wege. Der dienstälteste Coach der 2. Bundesliga reichte einen Tag nach der bitteren 0:5-Schlappe der "Veilchen" beim TSV 1 860 München seinen Rücktritt ein.

Einen Tag nach der 0:5-Pleite beim TSV 1 860 München hat Trainer Gerd Schädlich seinen Rücktritt beim Zweitligisten Erzgebirge Aue eingereicht. Der 54-Jährige bat den Vizepräsidenten der abstiegsgefährdeten "Veilchen", Bertram Höfer, ihn zum 1. Januar 2008 von seinen Pflichten zu entbinden.

Schädlich, der in Aue noch über einen Vertrag bis 30. Juni 2009 verfügt, zog damit die Konsequenz aus der Pleitenserie der letzten Wochen. Der Coach betreute den FC Erzgebirge seit dem 1. Juli 1999, führte den sächsischen Traditionsverein 2003 in die 2. Bundesliga und war dienstältester Zweitliga-Trainer.

"Der i-Punkt war der Offenbarungseid in München

"Ich musste ein Zeichen setzen. Die Lage ist mit 16 Punkten und einem Heimspiel mehr in der Rückrunde noch nicht aussichtslos", begründete Schädlich seinen Schritt. "Der i-Punkt war der Offenbarungseid des 0:5 am Sonntag in München, aber in den letzten Wochen hatte sich schon einiges aufgebaut."

Am Montagmorgen informierte der kantige Trainer-Routinier Aues Vizepräsidenten Höfer darüber, dass er seinen bis Juni 2009 laufenden Vertrag nicht erfüllt. In der Heimat der Schwibbögen und Räuchermännchen war danach der Weihnachtsfrieden endgültig dahin.

Vereinspräsident Uwe Leonhardt, der noch nach der jüngsten 0:5-Niederlage seinem Coach den Rücken gestärkt und stattdessen den Rauswurf von fünf Spielern in der Winterpause angekündigt hatte, wurde offenbar von Schädlich ebenso überrascht wie die Mannschaft. Erst nach diversen Sitzungen wurden für den Nachmittag Stellungnahmen angekündigt.

Seine Spieler hatte Schädlich bereits am Vormittag vor dem letzten Training des Jahres informiert und dann unter Leitung von Co-Trainer Holger Erler zum Auslaufen in den Erzgebirgs-Wald geschickt. "Die Entscheidung des Trainers kommt für uns überraschend", meinte "Urgestein" Marco Kurth, der seit sieben Jahren in Aue unter Schädlich übte. "Aber wir haben eben zu wenig Punkte. Es wird schwer, in der Winterpause neue Spieler zu finden, die uns sofort weiterhelfen."

Wo der Coach, der die Erzgebirgler 2003 in die 2. Bundesliga führte und seitdem das Team aus der kleinsten Zweitliga-Stadt eindrucksvoll im Unterhaus etablierte, zum Trainingsauftakt am 3. Januar ist, weiß er nicht: "Ich gehe jetzt erst einmal in Urlaub. Über die Zukunft habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich muss erst einmal die Gegenwart verarbeiten."

© SID

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