Fußball 2.Bundesliga
Hansa will Randalierer zur Kasse bitten

Nach den Krawallen beim Zweitligaspiel von Rot-Weiss Essen gegen Hansa Rostock und der anschließenden Geldstrafe durch den DFB wollen sich die Ostseestädter jetzt das Geld von den Randalierern zurückholen.

Nachdem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Hansa Rostock mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 000 Euro belegt hat, kündigte der Zweitligist jetzt an, den Betrag von den Randalierern zurückfordern zu wollen.

"Wenn uns juristisch bewertbare Erkenntnisse vorliegen, dann werden wir versuchen, das Geld durch eine strafrechtliche Verfolgung von den Tätern einzuverlangen", sagte Hansas Aufsichtsrats-Vorsitzender Horst Klinkmann nach einer Krisensitzung mit Vertretern des Innen- und Sportministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Laut Klinkmann habe die eigens gebildete Sonderkommission bereits gegen mehrere Chaoten belastbare Beweise zusammengestellt.

Gute Erfahrungen mit der Regressforderung gegenüber den eigenen Fans haben die Hanseaten im vergangenen Jahr beim so genannten "Flitzer-Urteil" gemacht. Damals hatte das Rostocker Oberlandesgericht (OLG) die Berufung zweier "Flitzer" zurückgewiesen, die vom Landgericht Rostock im Streit mit Hansa zur Zahlung von 10 000 Euro verurteilt worden waren.

Möglicherweise veränderter Karten-Vorverkauf

Zudem will der Aufstiegsaspirant in den kommenden Tagen einen Maßnahme-Katalog erstellen, womit in Zukunft Ausschreitungen durch die Rostocker Fanszene vermieden werden sollen. Zum einen sollen bei zukünftigen Auswärtsfahrten die eigenen Ordnungskräfte mitreisen, zum anderen denkt der Verein offenbar über einen veränderten Karten-Vorverkauf für die Auswärtspartien nach.

Das Sportgericht des DFB hatte am Donnerstag Rostock wegen der Vorfälle im Spiel bei Rot-Weiss Essen (0:0), bei dem es im Hansa-Fanblock zu Ausschreitungen und zur Zündung eines Feuerwerkskörpers gekommen war, zu einer Geldbuße in Höhe von 100 000 Euro verurteilt. Zudem darf der Klub am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen TuS Koblenz die Stehplatzränge im Ostseestadion nicht besetzen, wodurch dem finanziell klammen Verein 120 000 Euro Einnahmen entgehen.

"Die Strafe ist ein Rückschlag auf dem Weg der wirtschaftlichen Konsolidierung des Vereins. Zudem müssen nun Zuschauer draußen bleiben, die nichts mit den Vorfällen zu tun haben", sagte Vorstands-Chef Dirk Grabow. Rainer Friedrichs, Geschäftsführer der Ostseestadion Gmbh, kündigte an, dass am Sonntag ein "hohes Ordneraufkommen wie bei einem Sicherheitsspiel" dafür sorgen soll, dass die Sitzplätze von den Fans nicht in Stehplätze umfunktioniert werden.

Yelen und Pagelsdorf atmen auf

Allerdings hatten mit einer Platzsperre, einem Spiel unter Auschluss der Öffentlichkeit oder sogar Punktabzug weitaus drakonischere Strafen gedroht. So aber darf die Mannschaft am letzten Spieltag gegen die Spvgg Unterhaching vor 29 000 Zuschauern wohl um den Aufstieg kämpfen. "Leere Ränge am letzten Spieltag - das wäre das Schlimmste gewesen", sagte Mittelfeldspieler Zafer Yelen.

Trainer Frank Pagelsdorf zeigte sich erleichtert über das schnelle Urteil und forderte sein Team auf, aus dem Wirbel zusätzliche Motivation zu ziehen: "Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Endweder man lässt die Köpfe hängen oder man krempelt die Ärmel hoch und kämpft. Wir werden zweiteres machen." Hansa muss nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg um die Rückkehr in die Bundesliga bangen.

© SID

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