Fußball 2.Bundesliga: Hauskrach bei den "Löwen" eskaliert

Fußball 2.Bundesliga
Hauskrach bei den "Löwen" eskaliert

Erich Meidert, ehemaliger Vizepräsident des TSV 1 860 München, hat Karl Auer wegen Rufschädigung verklagt. Der amtierende Präsident hatte in einem Interview von Meidert "und anderen verkrachten Existenzen" gesprochen.

Ausgerechnet wenige Tage vor dem Rückrunden-Start in der 2. Bundesliga am Freitag mit dem Heimspiel gegen den LR Ahlen (19 Uhr) ist bei 1 860 München der Sport in den Hintergrund getreten und ein heftiger Machtkampf entbrannt. Erich Meidert, seit mehr als 25 Jahren im Klub und bis 1997 Vize-Präsident der Löwen, beauftragte am Montag einen Rechtsanwalt, den 1 860-Präsidenten Karl Auer wegen übler Nachrede und Rufschädigung zu verklagen. Zudem wurde dem "Löwen"-Boss eine Unterlassungserklärung zugestellt, der eine einstweilige Verfügung folgen wird, sofern Auer diese nicht binnen 48 Stunden unterschreibt.

"Ich werde alle Register ziehen, so geht das nicht", sagte Meidert zu seinen eingeleiteten rechtlichen Schritten auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) am Dienstag und forderte zugleich eine Veränderung der Vereinsstrukturen: "Der Aufsichtsrat muss gestärkt werden, es kann nicht sein, dass im Verein eine Hand voll Leute allein bestimmt, wo es lang geht."

Auer soll "Thematik nicht gewachsen sein"

Eine derartig monarchische Struktur sei in keinen anderen Profiklub mehr üblich, die Wildmoser-Ära werde bei 1 860 hingegen fortgeführt, "nur schwächer besetzt", sagte der Immobilien-Unternehmer. Meidert betonte aber, dass er Auer grundsätzlich für einen "integeren Mann" halte, "ich glaube aber, dass er der Thematik nicht gewachsen ist. Sein Zeitungsinterview finde ich katastrophal für den Verein".

Auer hatte zuvor die vereinsinterne Opposition angegriffen. "Die wünschen Sechzig Schlechtes, um eigene Interessen durchzusetzen, ein Herr Meidert beispielsweise und andere verkrachte Existenzen", hatte der "Löwen"-Boss in dem Zeitungsinterview gesagt und sich für die Absetzung einiger Aufsichtsräte ausgesprochen.

Wildmoser bringt sich selbst ins Gespräch

Zwei Wochen zuvor hatte die öffentliche Kritik von Aufsichtsrat Hep Monatzeder an Sportdirektor Roland Kneißl ("Ein Verwalter") den Stein ins Rollen gebracht. Derweil hat sich Ex-Präsident Karl-Heinz Wildmoser senior gegenüber der Münchner Abendzeitung ebenfalls negativ über Kneißl geäußert ("Er hat keinerlei kaufmännisches Talent") und sich zugleich selbst als Aufsichtsrat ins Gespräch gebracht. "Ich würde gerne helfen. Es wäre doch ein Wahnsinn, wenn einer mit meinen Kontakten gar nichts mehr macht", sagte Wildmoser senior. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Schmiergeld-Affäre um den Bau der Allianz Arena gegen ihn waren eingestellt worden. Sein Sohn, Karl-Heinz Wildmoser junior, war dagegen zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Auch der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), ebenfalls im 1 860-Aufsichtsrat, hat sich inzwischen in den Streit eingeschaltet. "1 860 muss sich überlegen, ob der Aufsichtsrat wirklich ein Kontrollgremium oder nur schmückendes Beiwerk sein soll", sagte Ude. Am 26. Januar wollen sich nun alle Beteiligten zu einer gemeinsamen Sitzung treffen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%