Fußball 2.Bundesliga: KSC nach Präsidenten-Rücktritt führungslos

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KSC nach Präsidenten-Rücktritt führungslos

Bei Zweitligist Karlsruher SC herrscht Chaos. Der umstrittene Präsident Paul Metzger ist nach der Mitgliederversammlung zurückgetreten und damit seiner Abwahl zuvorgekommen.

Der Präsident ist geflüchtet, über die Zukunft des Klubs entscheiden Gerichte, und ein Millionen-Defizit droht: Beim Zweitligisten Karlsruher SC herrscht nach der Mitgliederversammlung in der Nacht zu Dienstag Chaos. Der umstrittene Klubchef Paul Metzger ist nach nur einem knappen Jahr im Amt zurückgetreten und kam damit seiner Abwahl zuvor. Auch Vize-Präsident und Ex-Profi Arno Glesius stellte sein Amt zur Verfügung. Damit blieb lediglich Präsidiumsmitglied Rolf Hauer im Amt.

Der KSC muss somit beim Amtsgericht einen Notvorstand beantragen. Diesen Schritt musste der Klub bereits vor acht Jahren gehen. Favorit auf den Posten des Notvorstands ist Metzger-Vorgänger Hubert H. Raase. Der Notvorstand muss mindestens zwei Monate im Amt bleiben. So lange wird es auf jeden Fall dauern, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Diese muss sich neben der Neuwahl des Präsidenten auch mit dem drohenden Verlust in Höhe von 3,64 Mill. Euro beschäftigen. Als Kandidaten für den Chefposten beim KSC gelten der Verwaltungsrats-Vorsitzende Peter Mayer und Rolf Kahn. Der Vater des früheren Nationaltorwarts Oliver Kahn war bei der Wahl im vergangenen Jahr an Metzger gescheitert.

Metzger kommt Abwahl zuvor

Das Ende der kurzen Ära Metzgers kündigte sich schon zu Beginn der Versammlung an. Ein großer Teil der 1 603 anwesenden Mitglieder pfiff den Präsidenten immer wieder aus. Als das Abwahlverfahren gegen Metzger mit 935 Ja-Stimmen gegen 579 Nein-Stimmen beschlossen wurde, zog der 66-Jährige die Konsequenzen. "Man hat mir viele Dinge angehängt. Aber dem war nicht so. Ich werde mich der Abwahlprozedur nicht unterziehen", sagte Metzger: "Ich habe wirklich viele Stunden für den Verein gearbeitet, und wir haben einiges erreicht."

Die Mitglieder sahen dies jedoch anders. Schließlich wurden dem ehemaligen Oberbürgermeister der Karlsruher Nachbarstadt Bretten während der Versammlung mehrere Satzungsverstöße vorgeworfen. Metzger stand seit seiner Wahl am 1. Oktober 2009 immer wieder in der Kritik. Sogar Glesius und Hauer warfen ihrem Chef Alleingänge vor. Während Raase den Klub sieben Jahre souverän führte und ein positives Image aufbaute, sorgte der KSC während der Amtszeit Metzgers immer wieder für negative Schlagzeilen.

Zahlreiche fragwürdige Entscheidungen

Nach Ansicht vieler Beobachter war Metzger der Aufgabe nicht gewachsen. So fällte der Klubchef zahlreiche fragwürdige Entscheidungen wie die Entlassung des damaligen Sportdirektors Rolf Dohmen und schob die Schuld für die schwache Finanzlage auf Raase. Erst vor wenigen Wochen musste Metzger deshalb eine entsprechende Unterlassungserklärung unterzeichnen.

Nun soll Raase den Karren aus dem Dreck ziehen. Die Bereitschaft dazu hat der Ex-Klubchef bereits signalisiert. "Ich stehe nicht mehr für Ämter in der Zukunft zur Verfügung. Aber wenn der KSC in Not ist, werde ich ihm helfen", sagte Raase. Das Amtsgericht wird um den früheren Präsidenten nicht herumkommen, da er der einzige Kandidat ist, der ohne Einarbeitungszeit die Geschicke des Vereins kurzfristig bestimmen könnte.

© SID

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