Fußball 2.Bundesliga
Marco Kurz wird neuer "Löwen-Dompteur"

Zweitligist 1 860 München hat sich vorzeitig von Trainer Walter Schachner getrennt. U23-Trainer Marco Kurz übernimmt mit sofortiger Wirkung den Cheftrainerposten.

Ein neuer Trainer wagt den Gang in den "Löwen-Käfig" 1 860 München. Der Zweitligist hat sich vorzeitig von Trainer Walter Schachner getrennt und den früheren Profi und U23-Coach Marco Kurz als neuen Löwen-Dompteur engagiert. Zwei Tage nach dem blamablen 0:3 im Heimspiel gegen den FC Augsburg zog der Meister von 1966 die Notbremse und vollzog damit den achten Trainerwechsel in der laufenden Zweitliga-Saison - und den 316. in der Geschichte des Unterhauses.

Schachner war erst im Januar 2006 für Rainer Maurer gekommen, hatte aber in der Rückrunde sechs von neun Spielen und damit auch seinen Job an Kurz verloren. Kurz stand bereits seit einigen Tagen als Nachfolger Schachners zum Saisonende fest, der seinen noch bis 2008 datierten Vertrag auflösen wollte. Nun übernimmt Kurz aber mit sofortiger Wirkung, obwohl der 37-Jährige seine Trainerausbildung noch nicht abgeschlossen hat.

Klassenerhalt als vorrangiges Saisonziel

Ein Anruf bei Erich Rutemöller machte den Schritt erst möglich, nachdem der Chefausbilder des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Kurz die abschließende Theorie-Woche erließ. Das fällige Praktikum "mache ich jetzt eben bei mir", scherzte Kurz bei seiner Präsentation am Sonntag. Das Ziel für die Rest-Saison, die 1 860 im Niemandsland der Tabelle und mit 35 Punkten angeht, sind laut Kurz "41 Punkte, und zwar so schnell wie möglich".

Die Trennung von Schachner hatte sich bereits nach dem Spiel am Freitag abgezeichnet. Nach der Niederlage in der ausverkauften Arena war der Österreicher auf Distanz zu seiner Mannschaft gegangen. In der Pressekonferenz sagte er unter anderem: "Es soll und muss eine Lösung geben, ob es weitergeht. Wir müssen zusammen entscheiden. Es geht nicht um die Person Schachner, sondern um den Kultklub 1 860."

Reuter: "Marco ist der absolut Richtige"

Dass es nicht schon wie erwartet am Samstag zur Trennung kam, begründete Geschäfstführer Stefan Reuter damit, dass der Verein Kurz vor dem Regionalliga-Spiel gegen den FC Ingolstadt (1:1) nicht habe behelligen wollen. "Marco ist für den Weg, den wir eingeschlagen haben, der absolut Richtige", sagte Reuter. Vor allem aber ist Kurz eine finanziell günstige Lösung für den angeschlagenen Klub, den nun auch noch die Abfindung in unbekannter Höhe an Schachner drückt.

Langfristig soll Kurz das vom Vorstand für die 150-Jahr-Feier 2010 avisierte Ziel Wiederaufstieg anpeilen. "Jetzt davon zu reden, ist aber vermessen", sagte er. Kurz will mit "Disziplin im Training, Leidenschaft und Aggressivität im Spiel und Kommunikation mit der Mannschaft Spaß und Freude vermitteln".

Als Profi blickt Kurz auf die Erfahrung von 300 Erstligaspielen für den VfB Stuttgart, den 1. FC Nürnberg, Borussia Dortmund, 1 860 und Schalke 04 zurück. Als Trainer hat er noch nicht im Profibereich gearbeitet. Im April 2005 übernahm er den SC Pfullendorf in der Regionalliga. Nach der Saison 2005/06 wechselte er zur Zweiten der Löwen, die nun sein bisheriger Co Klaus Koschlick übernimmt.

© SID

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