Fußball 2.Bundesliga
Overath genervt, Daum ratlos

Präsident Wolfgang Overath bekam auf der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln den geballten Frust der Fans zu spüren. Für Trainer Christoph Daum, der weiterhin an den Aufstieg glaubt, gab es hingegen viel Applaus.

Mit viel Kritik und Pfiffen haben die Mitglieder des 1. FC Köln das bislang so enttäuschende Abschneiden des großen Aufstiegsfavoriten in der 2. Bundesliga quittiert. Vor allem FC-Präsident Wolfgang Overath wurde von den 1 593 Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung in der Kölner Messe-Halle zum Teil scharf attackiert. Auch die Mannschaft, die nahezu komplett erschienen war, musste sich einige Buhrufe gefallen lassen. Großen Applaus erhielt dagegen FC-Trainer Christoph Daum, der an den Zusammenhalt im Verein appellierte.

Overath wollte die Kritik an seiner Person nicht akzeptieren. "Ich bin es leid, für alles verantwortlich gemacht zu werden. Ich bin kein Scout, mit dem Tagesgeschäft habe ich nichts zu tun", verwies der Weltmeister von 1974 auf sein ehrenamtliches Amt und ergänzte: "Sollten die Mitglieder der Meinung sein, dass man es besser machen kann, dann stehen wir dem nicht im Wege." Man könne ja dann die Satzung ändern und einen bezahlten Präsidenten verpflichten.

Daum glaubt weiter an den Aufstieg

Nach zwölf Spieltagen liegt der FC derzeit nur auf dem siebten Platz und hat bereits vier Zähler Rückstand zu den Aufstiegsrängen. Erzrivale Borussia Mönchengladbach ist bereits mit neun Punkten Vorsprung enteilt.

Angesichts der derzeitigen Situation zeigte sich Daum ratlos. "Ich selbst bin am meisten enttäuscht. Ich habe es bislang nicht geschafft, meine Erfolgsmentalität auf unsere Spieler zu übertragen. Ich bin kein Zauberer, ich bin kein Messias. Ich habe kein Patentrezept in der Tasche", sagte der 54-Jährige, der sich aber kämpferisch gab: "Ich glaube weiter an den Aufstieg. Dafür werde ich jeden Tag arbeiten, mit allen Fasern meines Herzens. Schuldzuweisungen helfen uns nun aber nicht weiter, wir brauchen jetzt die gesamte Unterstützung."

Im Gegensatz zur sportlichen Misere konnten Overath und Co. wenigstens im wirtschaftlichen Bereich Positives verkünden. Bei einem Gesamtetat von 44 Mill. Euro ist ein kleiner Überschuss von 15 400 Euro übrig geblieben. Darin enthalten sind allerdings auch größtenteils die Erlöse aus dem Zehn-Millionen-Transfer von Nationalspieler Lukas Podolski zu Bayern München.

© SID

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