Fußball 2.Bundesliga
Pionierin Steinhaus erhält Lob von allen Seiten

Ein durch und durch positives Feedback hat Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus nach ihrem Debüt in der 2. Bundesliga erhalten. Ob Schiedsrichter-Beobachter, Trainer, Spieler oder DFB-Präsident: alle waren zufrieden.

Eindrucksvoll ist Bibiana Steinhaus in eine Männerdomäne eingedrungen und hat dabei Lob von allen Seiten eingeheimst. Auch nach ihrem gelungenen Schiedsrichter-Debüt in der 2. Bundesliga erfüllte die 28-Jährige weiter vorbildlich ihre Pflichten. "Es waren schon einige SMS auf meinem Handy zusammengekommen. Meine Aufgabe für die Nacht war es, jede einzelne zu beantworten", berichtete Steinhaus vom Ausklang eines ganz besonderen Abends.

"Meilenstein für uns Schiedsrichterinnen"

Ihr geglückter Einsatz als Unparteiische beim Spiel zwischen SC Paderborn und 1 899 Hoffenheim (0:2) am Freitag hatte die Polizeibeamtin aus Bad Lauterberg endgültig zur Pionierin gemacht. "Es erfüllt mich schon mit Stolz, dass ich diesen Meilenstein für uns Schiedsrichterinnen legen konnte", gestand Steinhaus im aktuellen sportstudio des ZDF und blickte bereits in die Zukunft: "Ich hoffe, dass das bald zur Normalität wird."

Das wohl schönste Kompliment machte der 1,81 Meter großen Blondine Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick. "Sie war erfrischend unauffällig. Wenn nötig, hat sie aber klare Ansagen gemacht", analysierte Rangnick das "prima Debüt", wie Schiedsrichter-Beobachter Hans-Jürgen Weber den Steinhaus-Auftritt wertete. Auch die Hochgelobte selbst stellte zufrieden fest, dass "unsere Spielleitung gut angekommen ist" und verspürte nach dem von vielen Medien beobachteten Einstand "eine gewisse Erleichterung".

Als erste Frau überhaupt leitete Hobby-Marathonläuferin Steinhaus eine Partie im deutschen Profifußball, nachdem sie eine Woche zuvor bereits ihre Bundesliga-Feuertaufe als vierte Offizielle bei der Begegnung zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen (3:0) bestanden hatte.

Souverän und konzentriert, ab und an mit einem Lächeln auf den Lippen, aber ohne übertriebene Gesten stand Steinhaus ("Ein Traum ist in Erfüllung gegangen") in Paderborn ihren Mann. "Sie war sachlich, hat ein gutes Auge bewiesen und ist auch in hektischen Situationen ruhig geblieben", lobte Hoffenheims Kapitän Francisco Copado die Pfeifen-Frau im neongelben Jersey.

DFB-Präsident Zwanziger freut sich in der Ferne

Sogar im fernen China, wo DFB-Präsident Theo Zwanziger die deutsche Frauen-Nationalmannschaft als Delegationsleiter betreut, hatte sich die gelungene Vorstellung von Steinhaus schnell herumgesprochen. "Darüber freue ich mich sehr. Bibiana wird ihren Weg gehen und dafür sorgen, dass das Schiedsrichter-Wesen in Deutschland nicht mehr nur Männersache ist", kündigte Zwanziger an.

Den Hype um ihre Person, den Steinhaus "überhaupt nicht" nachvollziehen konnte, versuchte sie bereits unmittelbar nach ihrem geglückten Debüt zu stoppen. "Das war heute eine Momentaufnahme, da bin ich ganz nüchtern. Dies als Gradmesser zu nehmen, wäre gefährlich", erklärte Steinhaus und setzte sich selbst unter Druck: "Ich muss mich auf jedes Spiel neu einstellen und meine Leistung bringen."

© SID

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