Fußball 2.Bundesliga
Präsident Raase hört beim KSC auf

Ein Umbruch steht dem Vorstand des Karlsruher SC bevor. Präsident Hubert H. Raase kündigte offiziell an, Ende September nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen.

In der Vorstandsetage herrscht offener Streit, doch in der Trainerfrage gibt es beim Zweitligisten Karlsruher SC endlich Klarheit. Der ehemalige Bundesliga-Profi Markus Schupp wird Nachfolger des vor gut zwei Wochen entlassenen Edmund Becker. Schupp wurde am Donnerstag vom KSC offiziell als neuer Trainer vorgestellt.

Für Schupp ist es nach seinem Engagement zwischen 2004 und 2006 als Trainer des damaligen Zweitligisten Wacker Burghausen die zweite Anstellung als Cheftrainer. Beim österreichischen Meister aus Salzburg war Schupp unter Huub Stevens als Co-Trainer tätig, zuvor arbeitete er unter dem Niederländer in gleicher Position beim Bundesligisten Hamburger SV.

Streit und Misstrauen in der KSC-Führung

Dagegen herrschen in der Führungsetage des Erstliga-Absteigers vor der vorgezogenen Jahreshauptversammlung am 30. September weiter Streit und Misstrauen: Am Mittwochabend teilten Präsident Hubert H. Raase und sein Stellvertreter Rainer Schütterle mit, bei den Wahlen nicht mehr antreten zu wollen.

Damit endet eine seit Monaten anhaltende Auseinandersetzung zwischen dem Verwaltungsrat der Badener und dem Präsidenten mit dem Rückzug des seit November 2002 amtierenden Raase. Immer wieder hatte der Verwaltungsrat den 65-Jährigen kritisiert, vor allem wegen angeblicher Fehler bei der Vermarktung.

"Ein professioneller Verein kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen", sagte Raase, der den Klub zu Beginn seiner Amtszeit aus eigener Tasche ein zinsloses Darlehen gewährt und den KSC so vor der Insolvenz gerettet hatte.

Rolf Kahn als Nachfolger im Gespräch

Gleichzeitig zog er ein positives Fazit seiner Amtszeit, in der rund fünf Mill. Euro Schulden abgebaut wurden: "Das Amt, das früher keiner haben wollte, ist jetzt begehrt." Gleich mehrere Kandidaten wollen Ende September Nachfolger Raases werden. Als aussichtsreicher Kandidat wird Rolf Kahn, Vater des ehemaligen Nationaltorhüters Oliver Kahn, gehandelt.

Deutlicher als der scheidende Präsident wurden sein Vize Schütterle und Manager Rolf Dohmen. "Das Vertrauensverhältnis zum Verwaltungsrat ist seit einem Dreivierteljahr beendet. Dort braucht es eine andere Konstellation, um weiter arbeiten zu können", sagte Ex-Profi Schütterle.

Dohmen, der noch bis 30. Juni 2010 bei den Badenern unter Vertrag steht, griff den Verwaltungsrats-Vorsitzenden Peter Mayer sogar offen an: "Er hat uns Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das lasse ich mir nicht mehr gefallen."

Die turbulenten Tage beim KSC scheinen daher noch lange nicht vorbei zu sein.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%