Fußball 2.Bundesliga
Schiedsrichter verklagt Bielefelds Co-Trainer

Für Arminia Bielefelds Co-Trainer Frank Eulberg hat das Gastspiel in Düsseldorf ein Nachspiel. Schiedsrichter Schalk verklagt ihn wegen einer homophoben und beleidigenden Äußerung.

Spektakuläres Novum im deutschen Profifußball: Nach einer Schiedsrichterbeleidigung neuer Dimension wird der DFB-Unparteiische Georg Schalk Arminia Bielefelds Co-Trainer Frank Eulberg verklagen. Schalk ließ am Donnerstag über seinen Anwalt verbreiten, er werde wegen einer "homophoben und grob beleidigenden Äußerung" juristische Schritte einleiten. Eulberg soll den 42-Jährigen aus Augsburg nach dem 2:3 im Zweitliga-Topspiel bei Fortuna Düsseldorf am vergangenen Freitag als "schwule Sau" bezeichnet haben.

"Die ehrverletzende und für mich in ihrer diffamierenden Intimität nicht hinnehmbare Äußerung eines in der Öffentlichkeit stehenden Zweitligatrainers lässt sich nicht entschuldigen. Durch das Verhalten des Herrn Eulberg wird nicht nur die sportliche Fairness, sondern insgesamt die Idee des respektvollen Umgangs miteinander in Frage gestellt", wird Schalk in dem Schreiben der Münchner Kanzlei zitiert.

Eulberg reagierte irritiert. "Ich wundere mich, dass Herr Schalk nun zivilrechtlich gegen mich vorgeht. Ich habe immer und bereits mehrmals betont, dass meine Äußerungen, die ein Journalist falsch transportiert hat, nicht gegen den Schiedsrichter gerichtet waren", sagte er dem SID. "Ich habe natürlich überreagiert und das war nicht okay. Aber jetzt stehe ich im Mittelpunkt und verstehe das nicht so ganz. Ich kann diese Sache nur auf mich zukommen lassen."

Sein Rechtsanwalt Jürgen Langer sagte dem SID am Abend, der Schiedsrichter habe nach dem Spiel sogar einige telefonische Morddrohungen erhalten. "Mein Mandant ist telefonisch auf das Übelste beschimpft worden. Es waren sogar Morddrohungen dabei", sagte Langer, der nun in Schalks Auftrag gegen Eulberg vorgehen wird.

Unparteiischer erhält Morddrohungen

"Mein Mandant fühlt sich in seiner Ehre verletzt und tief gekränkt. Die Staatsanwaltschaft muss jetzt überprüfen, ob der Tatbestand der Beleidigung, üblen Nachrede oder Verleumdung gegeben ist", sagte Langer: "Zudem fordern wir auf zivilrechtlichem Weg Schmerzensgeld." Eulberg sei bereits aufgefordert worden, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte bereits Ermittlungen aufgenommen. Eulbergs Ausspruch soll gelautet haben: "Die schwule Sau hat mich noch angelächelt." Ein Urteil steht aus.

Arminia Bielefeld reagierte irritiert. "Frank Eulberg hat sich im Ton vergriffen und sich dafür bereits entschuldigt. Die Art und Weise seiner Äußerung tut ihm leid. Aber seine verbale Entgleisung war in keinster Weise gegen das Schiedsrichtergespann oder gar gegen den Schiedsrichter gerichtet", sagte Arminia-Pressesprecher Marcus Uhlig dem SID.

Eulberg hatte erklärt, er sei "unmittelbar nach dem Schlusspfiff unseres Spiels in Düsseldorf emotional sehr erregt gewesen. Dazu kam ein Disput mit einer Person im Innenraum des Stadions." Er sei daraufhin laut fluchend in die Kabine gegangen.

Eulberg entschuldigt sich für seine Wortwahl

"Für die dabei getroffene Wortwahl möchte ich mich entschuldigen. Ausdrücklich feststellen möchte ich allerdings, dass sich meine Verärgerung in keinster Weise auf das Schiedsrichtergespann bezog. Außerdem war es nicht meine Absicht, irgendjemanden zu beleidigen bzw. zu diskriminieren."

Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt zudem gegen Arminia Bielefelds Cheftrainer Thomas Gerstner. Dieser hatte nach dem Abpfiff gefordert, Schalk solle "nie wieder ein Spiel auf deutschem Boden pfeifen" dürfen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%