Fußball 2.Bundesliga
Sechs Monate Sperre für Dopingsünder Vucicevic

Stürmer Nemanja Vucicevic von 1 860 München ist vom Sportgericht des DFB für sechs Monate gesperrt worden. Die positive Dopingprobe des Serben resultierte aus der Einnahme eines Haarwuchsmittels.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Konsequenzen aus der positiven Dopingprobe von Nemanja Vucicevic gezogen und den 26-Jährigen für sechs Monate gesperrt. Die Sperre gilt rückwirkend ab dem 19. November und endet am 19. Mai 2006. Der Stürmer von Zweitligist 1 860 München war im Anschluss an die Partie bei Wacker Burghausen am 4. November (2:0) positiv auf das verbotene Mittel Finasterid getestet worden. Das Präparat, das zur Verschleierung von Nandrolon benutzt werden kann, war in dem Haarwuchsmittel "Propezia" enthalten, das der Mittelfeldspieler ohne Absprache mit der ärztlichen Abteilung des Aufstiegsaspiranten über Monate hinweg eingenommen hatte.



Kein Ermessensspielraum bei der Urteilsfindung

"Wir sind an die Fifa-Richtlinien gebunden und die Fifa schreibt in Artikel 62 vor, dass in allen Fällen eine Mindestsperre von sechs Monaten zu verhängen ist. Der Spieler hat die Einnahme von Propezia eingeräumt. Deshalb ist Vucicevic zu bestrafen", erklärte der Vorsitzende Richter Hans-Hermann Menzel (Langerwehe) bereits vor der Urteilsbegründung. Da Vucicevic-Anwalt Michael Lehner Revision gegen die Entscheidung des Sportgerichts einlegen wird, konnte am Freitag in der Frankfurter DFB-Zentrale noch nicht über den nach Bekanntwerden der positiven Dopingprobe eingelegten Einspruch des Liga-Konkurrenten Burghausen gegen die Wertung der 0:2-Niederlage am 12. Spieltag entschieden werden. Damit bleibt 1 860 vorerst Tabellenführer der 2. Liga.

"Doping ist mir nicht in den Sinn gekommen."

Vucicevic, seit Januar diesen Jahres bei den "Löwen" unter Vertrag, hatte in der knapp vierstündigen Verhandlung in der DFB-Zentrale die nach eigenen Angaben ungewollte Einnahme von Finasterid zugegeben, allerdings wie Lehner vehement auf Freispruch plädiert. "Ich kann nicht sechs Monate ohne Fußball leben. Ich habe doch einfach nur an meine Haare gedacht und wollte keine leistungsfördernden Mittel einnehmen. Doping ist mir nicht in den Sinn gekommen", meinte der kahlköpfige Serbe. Der 26-Jährige, der auf eine B-Probe verzichtet hatte, gab vor dem DFB-Sportgericht an, dass er bereits seit Juli mit dem Präparat gegen seinen anhaltenden Haarausfall anzukämpfen versucht hatte. Eine Dopingprobe nach dem Spiel bei Eintracht Braunschweig am 23. September war allerdings negativ ausgefallen.

In einem ähnlichen Fall waren Regionalligist Kickers Emden erst kürzlich drei Punkte abgezogen worden. Bei den Norddeutschen war Falk Schindler nach der Partie bei Fortuna Düsseldorf (2:1) ebenfalls positiv auf das maskierende Dopingpräparat getestet worden. Der Spieler hatte in dieser Partie einen Treffer erzielt. Auch Schindler wurde für sechs Monate gesperrt, das Spiel zudem zu Gunsten von Düsseldorf gewertet.

© SID

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