Fußball 2.Bundesliga
Spaghetti-Vergiftung ruft Behörde auf den Plan

Im Zusammenhang mit dem Fußball-Wettskandal könnte möglicherweise auch eine vermeintliche Spaghetti-Vergiftung der Spieler des Zweitligisten Hansa Rostock eine Rolle spielen.

Die vermeintliche Spaghetti-Vergiftung der Spieler des Zweitligisten Hansa Rostock hat nun offenbar auch die im Wettskandal ermittelnde Bochumer Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel wollte sich zwar nicht zum Umfang der Ermittlungen äußern, sagte aber: "Tatsache ist, dass wir von Amts wegen Ermittlungen aufnehmen werden, wenn es neue Erkenntnisse gibt."

Die scheinen im Zusammenhang mit dem größten Betrugsskandal in der Geschichte des europäischen Fußballs vorzuliegen. Vor dem Spiel des damaligen Zweitliga-Tabellenzweiten gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig am 13. April 2007 (1:1) hatten sechs Hansa-Profis nach Angaben der Ostsee-Zeitung im Anschluss an den Verzehr von Nudeln im Hotel "Courtyard Marriott" eine Lebensmittelvergiftung.

"Das waren ganz komische Nudeln"

Betroffen waren Kim Madsen, Gledson, Enrico Kern, Regis Dorn, Djordjije Cetkovic und Marc Stein. Stein, der mittlerweile bei Hertha BSC Berlin unter Vertrag steht, erklärte: "Das waren ganz komische Nudeln. Nach einer halben Stunde bekam ich Bauchschmerzen und konnte kaum noch laufen." Stein konnte gegen Braunschweig nur eine Halbzeit spielen. Cetkovic wollte ebenfalls ausgewechselt werden, hielt aber durch, bevor ihn Pagelsdorf erlöste. "Kern und Dorn hätte ich runternehmen müssen, aber es ging nicht mehr", sagte Pagelsdorf.

In der vergangenen Woche hatte bereits Burkhard Benecken, Anwalt des vermeintlichen Wettpaten Deniz C., im Zuge des Wettskandals über die "russischen Methoden" der Wettmafia berichtet. "Es sollen Chefköche von Luxushotels angesprochen worden sein, damit sie Giftstoffe in das Essen von Spielern mischen. Die Verdächtigen sollen sehr konspirativ gearbeitet haben. Ungewöhnlich gewalttätig", hatte Benecken erklärt.

Der damalige Hoteldirektor Joachim Pöpping kann sich nicht vorstellen, dass einer seiner Köche die Spaghetti der Hansa-Profis vergiftet hat: "Köche verdienen gut. Für die paar Kröten, die in solch einem Fall angeboten werden, macht das keiner."

© SID

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