Fußball 2.Bundesliga
Union startet in "Wochen der Wahrheit"

Nach zwölf Spieltagen liegt Union Berlin auf Tuchfühlung zur Spitze: Doch das heutige Duell gegen das Topteam aus Kaiserslautern wird zur ersten Reifeprüfung für die "Eisernen".

Frech und unbekümmert mischte Aufsteiger Union Berlin bislang die 2. Bundesliga auf. Doch jetzt beginnen für den Berliner Kultklub die "Wochen der Wahrheit". In den nächsten drei Wochen treffen die "Eisernen" auf die drei Spitzenteams. Zum Auftakt gastiert der 1. FC Kaiserslautern heute in der Alten Försterei (20.15 Uhr/live bei Sky, Liga total und im DSF). Danach folgen Duelle beim FC St. Pauli und bei Arminia Bielefeld.

"Auf solche Spiele haben wir in der vergangenen Saison hingearbeitet, sie sind der Lohn für den Aufstieg", sagt Unions Trainer Uwe Neuhaus, dessen Team zwischen den Top-Partien noch Energie Cottbus zum Ostderby erwartet. Gegen die auswärts noch ungeschlagenen Pfälzer wird der bisherige Ligarekord von 17 500 Besuchern aus dem Spiel gegen Hansa Rostock wohl übertroffen. Bis zu 19 000 Besucher werden in der dann ausverkauften "Alten Försterei" erwartet.

Einzige Heimniederlage auch Montags

Union boomt und bietet seinen Fans im heimischen Stadion immer wieder fußballerische Leckerbissen. In den sechs Heimpartien verließ der DFB-Pokalfinalist von 2001 (0:2 gegen Schalke 04) bislang fünfmal als Sieger den Platz. Nur gegen die Spvgg Greuther Fürth (1:2) gab es eine Niederlage, an einem Montag. "Jetzt gibt es wieder ein Montagsspiel. Wir haben etwas gutzumachen", sagt Stürmer Karim Benyamina.

Benyamina bereitete der sportlichen Leitung zuletzt leichte Sorgen. Der Deutsch-Algerier traf in den vergangenen fünf Spielen nicht mehr. Neue Motivation holte sich der 27-Jährige am Mittwoch vor dem heimischen Fernseher. Im Familienkreis bejubelte er die WM-Qualifikation Algeriens. Immer noch träumt Benyamina von einem Einsatz im Team der Nordafrikaner.

Dafür läuft es für Benyaminas Sturmpartner John Jairo Mosquera optimal. Der 21 Jahre alte Kolumbianer ist mit sechs Treffer bester Torschütze bei Union und hat sich längst in die Herzen der Fans gespielt. "Er ist stark am Ball und in der Lage, ein Spiel zu entscheiden", lobte Neuhaus seinen Offensivspieler, der bis 2011 von Pokalsieger Werder Bremen ausgeliehen wurde. Im Spiel gegen die "Roten Teufel" muss Mosquera allerdings wegen einer Stauchung des rechten Kniegelenks zuschauen.

Silvester-Partie und Friedhofspläne

Nach Wunsch verlief es zuletzt auch in finanzieller Hinsicht. Der Klub vermeldete auf seiner Mitgliederversammlung den höchsten Gewinn seit der Wiedervereinigung. In der Saison 2008/09 machte man einen Überschuss von 437 931 Euro. Der Etat liegt bei 11,2 Mill. Euro mit Spielraum nach oben. Klub-Boss Dirk Zingler kündigte für die Winterpause Neuverpflichtungen an.

Die besondere Verbundenheit zwischen Klub und Fans im Südosten der Stadt treibt indes immer neuere Blüten. Nicht nur, dass man im modernisierten Stadion eine große Silvester-Partie ("Discofieber pur") plant, nun wollen die Anhänger auch ihre letzte Ruhestätte in Nähe des Stadions finden und fordern einen Fan-Friedhof. "Der Wunsch besteht bei vielen Mitgliedern", bestätigte Zingler. Und ein Platz soll auch schon ausgeguckt sein.

© SID

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