Fußball 2.Bundesliga
Urteil gegen Friedrich und Co. nun rechtskräftig

Wegen Steuerhinterziehung ist der ehemalige Vorstand vom 1. FC Kaiserslautern nun rechtskräftig verurteilt worden. Jürgen Friedrich erhielt eine Bewährungsstrafe, Gerhard Herzog und Robert Wieschemann hohe Geldbußen.

Die ehemalige Vereinsführung von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern ist wegen Steuerhinterziehung vom Landesgericht Kaiserslautern rechtskräftig verurteilt worden. Der 5. Senat des Bundesgerichtshofes BGH bestätigte in Leipzig in großen Teilen das Urteil vom 13. Oktober 2005 und verwarf die von den Anwälten der Verteidigung angestrengte Revision.

Friedrich erhält Bewährungsstrafe

Demnach erhält der ehemalige FCK-Vorstandsvorsitzende Jürgen Friedrich eine Bewährungstrafe von zwei Jahren wegen Steuerhinterziehung in sechs Fällen, das in einem Fall schuldig gesprochene vormalige Vorstandsmitglied Gerhard Herzog muss 39 000 Euro zahlen.

Die von der Staatsanwaltschaft mit dem Ziel der Strafverschärfung angestrengte Revision hatte nur im Fall von Robert Wieschemann Erfolg. Der in Kaiserslautern zunächst nur wegen Beihilfe in zwei Fällen verurteilte frühere Chef des FCK-Aufsichtsrates wurde von den Leipziger Richtern wegen "täterschaftlicher Steuerhinterziehung" verurteilt. Die Höhe der Geldbuße von 130 000 Euro bliebt trotz der Strafverschärfung bestehen.

Friedrich, Herzog und Wieschemann hatten im Zeitraum von Juli 1999 bis Juli 2002 Sonderzahlungen für die damaligen FCK-Bundesligaspieler Jeff Strasser, Lincoln, Taribo West und Nedad Bjelica zwischen 350 000 Mark und 760 000 Euro verantwortet, die über Scheinfirmen steuerfrei an die Profis flossen und nicht die entsprechende Lohnsteuer abgeführt. Allein Jürgen Friedrich war eine Steuerverkürzung in Höhe von 1,1 Mill. Euro nachgewiesen worden.

"Mild, aber nicht zu mild."

Der Vorsitzende des 5. BGH-Senates, Clemens Basdorf, erklärte in der Urteilsbegründung: "Im vorliegenden Fall hatte sich das Landgericht fehlerfrei davon überzeugt, dass die entgeltlichen Zusatzverträge bei der Verpflichtung der vier genannten Fußballspieler nur zum Schein geschlossen worden waren." Die vom Landgericht verhängten Strafen gegen Friedrich, Herzog und Wieschemann bezeichnete der Richter als "mild, aber nicht zu mild." Da es sich nicht um eigennützige Steuerhinterziehung gehandelt hätte, sei das Urteil vertretbar.

Der Leipziger Richterspruch ist endgültig. Der 1. FC Kaiserslautern versucht aber noch, in einem Schadenersatzprozess gegen die frühere Chefetage einen Teil jener 8,9 Mill. Euro einzufordern, die im Zuge des Verfahrens an Lohnsteuer nachgezahlt werden mussten. Das hatte den Traditionsverein aus der Pfalz fast in die Pleite geführt.

© SID

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