Fußball 2.Bundesliga
Weber beerbt Seitz in Aue

Erzgebirge Aue hat sich von Trainer Roland Seitz getrennt. Der abstiegsbedrohte Zweitligist reagierte umgehend und verpflichtete Heiko Weber als neuen Coach.

Erzgebirge Aue hat auf die sportliche Talfahrt reagiert und mit sofortiger Wirkung Trainer Roland Seitz beurlaubt. Der abstiegsbedrohte Zweitligist verpflichtete den ehemaligen Jenaer Zweitliga-Coach Heiko Weber als Nachfolger. Grund des bereits zweiten Auer Trainerwechsels in der laufenden Saison ist die anhaltende Erfolglosigkeit der "Veilchen".

Der Abstieg ist bei acht Punkten Rückstand auf den rettenden 14. Platz und nur noch fünf ausstehenden Spielen kaum noch abzuwenden, die fast ausschließlich mit Zweitliga-Verträgen ausgestatteten Profis sitzen auf gepackten Koffern. Vereinspräsident Uwe Leonhardt, dem zuletzt Amtsmüdigkeit nachgesagt worden war, soll den Neuaufbau einleiten.

"Im Fußball wird nach Resultaten abgerechnet und nicht nach Leistung, und die Ergebnisse haben nicht ausgereicht", sagte Leonhardt zum zweiten Trainerwechsel in Aue in der laufenden Spielzeit. Den Klassenerhalt wollte er noch nicht abhaken: "Wir wollen versuchen, mit Heiko Weber das Unmögliche möglich zu machen."

Der neue Chef Weber, der fast vor exakt einem Jahr beim Zweitliga-Rivalen Carl Zeiss Jena gefeuert worden war und zuletzt die 2. Mannschaft von Energie Cottbus in der Regionalliga Nord betreute, wird mit einem Vertrag bis Sommer 2010 ausgestattet, der für die 2. und die 3. Liga gilt. "Ich musste bei dem Angebot nicht lange überlegen. Aue ist eine sportlich sehr gute Adresse, ein solider Verein", sagte der Thüringer. Der 42-Jährige leitete bereits am Montagnachmittag das Training und wird am Freitag beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln zum ersten Mal auf Aues Trainerbank sitzen.

Weber auf dem Pulverfass

Weber setzt sich im Erzgebirge auf das sprichwörtliche Pulverfass, muss in einem Verein, der noch vor Monaten von der ersten Liga träumte, die Anspruchshaltung der Realität anpassen und die Basis für eine erfolgreiche Arbeit in der Drittklassigkeit schaffen. Schon seit Wochen warten etliche Spieler vergeblich auf Vertragsgespräche und wissen nicht, ob im Fall des Abstieges noch mit ihnen geplant wird.

Nahezu alle Profi-Kontrakte gelten ausschließlich für die 2. Liga, die Mannschaft könnte sich somit bereits in wenigen Wochen in Luft auflösen. "Ich werde die Spieler aussuchen, mit denen wir künftig Erfolg haben können", sagte Weber, der als sehr guter Motivator, zäher Arbeiter und zudem als "Versteher" der ostdeutschen Fußball-Mentalität gilt.

Der erst am 29. Dezember als Nachfolger des bei den Fans beliebten Gerd Schädlich verpflichtete Roland Seitz dagegen war nie wirklich in der Heimat von Holzmichl und Weihnachts-Schwibbögen angekommen. Der unnahbare Oberpfälzer legte sich mit Leistungsträgern wie Kapitän Jörg Emmerich und Torwart Axel Keller an, wurde nach umstrittenen Entscheidungen vom Präsidium zurückgepfiffen und damit demontiert.

Die Entlassung von Seitz bedeutet zugleich den elften vorzeitigen Trainerwechsel des Unterhauses in der laufenden Saison. Zuletzt war Ralf Loose beim FC Augsburg durch Holger Fach ersetzt worden. Zuvor waren Kjetil Rekdal (1. FC Kaiserslautern), Holger Fach (SC Paderborn), Djuradj Vasic (SV Wehen Wiesbaden), Frank Neubarth (Carl Zeiss Jena), Rainer Hörgl (FC Augsburg), Wolfgang Frank (Kickers Offenbach), Guido Buchwald (Alemannia Aachen), Gerd Schädlich (Erzgebirge Aue) und Valdas Ivanauskas (Jena) von ihren Aufgaben entbunden worden. Seitz ist der 331. Trainer seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga 1981, der vorzeitig gehen musste.

© SID

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