Fußball
AC Mailand unter Druck - Real schon weiter

Ausgerechnet der zum Fußball-Adel zählende AC Mailand steht in der „Königsklasse“ gewaltig unter Druck, während Stadtrivale Inter Mailand mit einem Heimsieg über Artmedia Bratislava vorzeitig das Achtelfinale erreichen kann.

dpa HAMBURG. Ausgerechnet der zum Fußball-Adel zählende AC Mailand steht in der „Königsklasse“ gewaltig unter Druck, während Stadtrivale Inter Mailand mit einem Heimsieg über Artmedia Bratislava vorzeitig das Achtelfinale erreichen kann.

Der letztjährige Champions-League-Finalist muss hingegen ernsthaft um das Weiterkommen bangen. „Dieses Spiel hat fundamentale Bedeutung für Milans Zukunft“, sagte Vizepräsident Adriano Galliani zur Partie bei Fenerbahce Istanbul. Für „La Gazzetta dello Sport“ ist es sogar das „Spiel des Jahres“ geworden, das auch für Trainer Carlo Ancelotti große Bedeutung hat: „In Istanbul entscheidet sich ein fundamentales Stück seiner Zukunft.“

Die türkische Metropole ist allerdings kein gutes Pflaster für den Club. Gegen Galatasaray Istanbul verspielte Milan 1999 eine 2:1-Führung, verlor noch 2:3 und schied aus der Meisterliga aus. Auch personell ist die Lage angespannt: Da Stam, Ambrosini (gesperrt) und Cafu (Zerrung) fehlen, muss die Abwehr komplett neu formiert werden. Hinzu kommt nach der Randale beim WM-Relegationsspiel Türkei - Schweiz noch die Sorge vor etwaigen Ausschreitungen. Während Fenerbahces deutscher Coach Christoph Daum („Wir wollen den Gegner auf dem Platz bezwingen“) dieses Problem herunterspielte, flüchtete sich Ancelotti in Sarkasmus: „Notfalls spielen wir eben mit Helm.“

Allerdings scheint man nach dem Skandalspiel in der Türkei bemüht zu sein, das schlechte Image wieder loszuwerden. So wurde der AC Mailand bei der Ankunft am Flughafen mit Blumen empfangen. „Soweit es in unseren Händen liegt, werden wir unsere ganze Gastfreundschaft aufbieten“, versprach Fenerbahce-Vorstand Mahmut Uslu den Italienern. Zudem hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) für das Spiel in Istanbul einen Sicherheits-Beauftragten ernannt.

Probleme wie den AC Mailand hat die stadtinterne Nummer zwei nicht. Sobald der Weg in die nächste Runde geebnet ist, will man sich bei Inter auf die Serie A konzentrieren. Dort beträgt nach der gelungenen Generalprobe (2:0 gegen den FC Parma) der Rückstand auf Spitzenreiter Juventus Turin noch zehn und auf den AC Mailand fünf Punkte. „Das war ein positives Zeichen. Die Mannschaft hat in der Meisterschaft die richtige Antwort auf das Krisengerede gegeben“, sagte Club-Besitzer Massimo Moratti. Und Starspieler Luis Figo, dem gegen Parma endlich sein erstes Saisontor gelang, versprach: „Ich bin mit meiner Leistung noch lange nicht zufrieden und will mich weiter steigern.“

Wo die Italo-Clubs noch hinwollen, sind Olympique Lyon und Real Madrid schon längst - im Achtelfinale. Während es für den souveränen Spitzenreiter aus Frankreich auch in der Liga hervorragend läuft, wird Real von einer heftigen Krise geschüttelt. Die Schockwellen der 0:3-Heimpleite gegen den FC Barcelona sind nicht abgeklungen - und Trainer Vanderlei Luxemburgo droht bei einer weiteren Schlappe im Schicksalsspiel gegen Lyon der Rauswurf. „Luxemburgo steht unter Anklage“, titelte das Madrider Sportblatt „Marca“.

Hinzu kommt die schwere Knieblessur von Raúl. Nach optimistischen Prognosen muss der Kapitän zwei Monate pausieren. Aber es kann auch sein, dass er ein halbes Jahr aussetzen muss und selbst die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland in Gefahr gerät.

Kritisch ist die Lage auch in Sevilla: Erstmals seit fünf Jahren steht Betis auf einem Abstiegsplatz. Beim 0:1 gegen den FC Sevilla gelang gegen neun Mann kein einziger Treffer. Zudem fällt Torjäger Dani (Knieverletzung) einen Monat aus. Betis-Trainer Llorenç Serra Ferrer will in der Champions League die Krise vergessen machen. Dazu ist aber zumindest ein Punktgewinn bei Titelverteidiger FC Liverpool vonnöten: „Wir haben die Chance, in der stärksten Gruppe der Champions League Erster zu werden. Das muss uns einfach beflügeln.“ Dietmar Hamann will da nicht mitspielen. „Wir brauchen die Punkte, um Sieger der Gruppe G zu werden“, sagte der deutsche Nationalspieler.

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