Fußball Afrika-Cup
Vogts scheitert mit Nigeria an Gastgeber Ghana

Für Berti Vogts ist das Abenteuer Afrika-Cup beendet. Der Ex-Bundestrainer verlor mit Nigeria im Viertelfinale gegen Gastgeber Ghana 1:2. Die Elfenbeinküste besiegte Guinea 5:0.

Im Viertelfinale des Afrika-Cups war für den früheren Bundestrainer Berti Vogts und seine Auswahl Nigerias Endstaion. Die "Super Eagles" verloren am Sonntagabend gegen Gastgeber Ghana 1:2 (1:1), obwohl sie nach einer Roten Karte gegen Ghanas Kapitän John Mensah (59.) mehr als eine halbe Stunde in Überzahl gespielt hatten. Nach dem vorzeitigen Aus droht Vogts jetzt die Entlassung. Ghana mit dem Leverkusener Hans Sarpei trifft in der Vorschlussrunde am Donnerstag auf den Sieger der Partie zwischen Tunesien und Kamerun mit dem deutschen Trainer Otto Pfister.

Im zweiten Viertelfinale am späten Sonntagabend setzte sich Top-Favorit Elfenbeinküste um Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea souverän mit 5:0 (1:0) gegen Guinea durch. Abdelkader Keita vom französischen Serienmeister Olympique Lyon brach in der 25. Minute den Bann, ehe Drogba (70.), Salomon Kalou (73./81.) und Bakary Kone (86.) in der Schlussphase mit ihren Treffern das Endergebnis herstellten. Die "Elefanten", bei denen Artur Boka aus Stuttgart 90 Minuten spielte, der Bremer Boubacar Sanogo und der Gladbacher Steve Gohouri aber nicht zum Einsatz kamen, treffen in der Runde der letzten Vier jetzt auf Titelverteidiger Ägypten oder WM-Teilnehmer Angola.

"Ich bin sehr enttäuscht", sagte Vogts nach der Niederlage gegen Ghana: "Ich habe eine junge Mannschaft, die nicht so viel Erfahrung hat wie die von Ghana. Meine Jungs haben 100 Prozent gegeben, aber wir haben teuer für unsere Fehler bezahlt."

Dabei hatte die Partie noch gut für den Olympiasieger von 1996 begonnen. Nachdem die Vogts-Elf eine erste Drangperiode der Ghanaer überstanden hatten, kamen sie nach einer halben Stunde besser ins Spiel und zu ersten Torchancen. In der 35. Minute brachte Yakubu Ayegbeni die Gäste 1:0 in Führung, als er einen Foulelfmeter verwandelte. Doch unmittelbar vor der Pause gelang Ghanas Superstar Michael Essien vom FC Chelsea mit einem Kopfball der Ausgleich.

Nach dem Platzverweis für Mensah wegen einer Notbremse gegen Peter Odemwingie schien danach alles den Nigerianern in die Karten zu spielen. Doch die Vogts-Elf war nicht in der Lage, ihre Überzahl auszuspielen. Stattdessen hatten die Ghanaer sogar die besseren Chancen. Eine davon nutzte Junior Agogo in der 83. Minute aus kurzer Distanz zum 2:1.

Vogts vor ungewisser Zukunft in Nigeria

Das Viertelfinal-Aus mit ist für Vogts wohl gleichbedeutend mit der Entlassung. Bereits während des gesamten Turniers, in dem die Nigerianer kein überzeugendes Spiel boten, war mehrfach über eine Entlassung des Weltmeisters von 1974 spekuliert worden. Zuletzt berichteten gar mehrere Medien, dass Vogts' Demission schon vor der Partie gegen Ghana als sicher galt. Einen Rücktritt hatte der 61-Jährige stets ausgeschlossen.

Vogts selbst beteuerte noch wenige Stunden vor dem Anpfiff, dass der Verband nicht an seine Entlassung denke. "Alles Quatsch. Das Präsidium hat mich gebeten, auf jeden Fall weiterzumachen", sagte er.

In Nigeria war im Vorfeld berichtet worden, Amos Adamu, Generaldirektor des Sportministeriums, habe den deutschen Coach in der Halbzeitpause des Vorrundenspiels gegen Benin (2:0) aufgefordert, still zu sein. Stattdessen soll der Funktionär selbst eine Ansprache gehalten und anschließend Kapitän Nwankwu Kanu gebeten haben, die Spieler auf die zweite Halbzeit einzuschwören.

Mit den nigerianischen Journalisten redete Vogts ("Das tue ich mir nicht mehr an") erst gar nicht mehr. Im Interview mit Eurosport erhob er stattdessen schwere Vorwürfe: "Würden weiße Journalisten mit einem schwarzen Trainer so umgehen, dann glaube ich, dass man von Rassismus sprechen würde."

© SID

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