Fußball
Bayer hofft und hadert nach 3:2 gegen Blackburn

Bayer Leverkusen hat seinen England-Fluch besiegt, sich aber beim 3:2 (2:1)-Sieg gegen die Blackburn Rovers kein beruhigendes Polster für den Einzug ins Achtelfinale des Uefa-Pokals verschaffen können.

dpa LEVERKUSEN. Es gibt Siege, die keine wirkliche Freude bereiten. "Es war ein toller Europacup-Abend, wir haben ein ganz tolles Spiel abgeliefert", sagte Sportdirektor Rudi Völler zwar nach dem 3:2 von Bayer Leverkusen im Uefa-Cup-Hinspiel gegen die Blackburn Rovers.

Er schränkte aber zugleich ein: "Das zweite Tor tut weh." Auch Trainer Michael Skibbe haderte nach "einer der besten Leistungen der Saison" mit dem Resultat. "Wir haben eine leidenschaftliche Partie gezeigt und waren bis zur 85. Minute dem 4:1 näher als die Rovers dem 3:2", meinte der Ex-Bundestrainer, der dennoch "eine gute Chance" sieht, nach zwölf Jahren wieder ins Achtelfinale einzuziehen.

Bei Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser überwog die Genugtuung über die nach mageren Jahren gelungene Selbstdarstellung auf internationaler Bühne. "Wir haben in der Tat die Gelegenheit genutzt, uns in Europa mit schönem Fußball und intensivem Spiel zu melden", urteilte er, "jetzt werden wieder viele sagen: 'Aha, Bayer ist wieder da'." Dieser Effekt könnte allerdings im Rückspiel im Ewood-Park von Blackburn schon vorbei sein. "Leider zählen die Auswärtstore doppelt, da kann man sich nicht so ganz freuen", meinte Jan-Ingwer Callsen Bracker, "das wird in Blackburn eine ganz spannende Geschichte."

Der Innenverteidiger hatte mit seinem ersten Europacup-Tor für die Führung (18. Minute) gesorgt. Die weiteren Bayer-Treffer erzielten Carsten Ramelow (43.) und Bernd Schneider (56.). Nach dem 1:1 durch David Bentley (39.) gelang Shabani Nonda (87.) der zweite Treffer für den englischen Meister von 1995. "Very welcome" fand Rovers-Coach Mark Hughes dieses Tor: "Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, nicht mit der Leistung."

Leverkusens Kapitän Ramelow war zwar zerknirscht, wollte die Flinte aber nicht ins Korn werfen. "Wir haben einen kleinen Vorteil. Den müssen wir nutzen. Das wird ein ganz heißer Tanz in Blackburn", sagte der Ex-Nationalspieler und forderte von seinen Mitspielern Courage: "Wir dürfen da nicht hinfahren und uns in die Hose machen."

Für Trainer Skibbe, der den spielerischen Wankelmut seiner Werkself kennt, steht hingegen zunächst die Bundesliga-Partie am Samstag gegen Hannover 96 im Blickpunkt. "Das ist ein ganz entscheidendes Spiel", warnte er. Schließlich braucht der Tabellen- Siebte jeden Punkt, um noch auf einen Europacup-Platz zu klettern. "Man hat gesehen, was für einen Spaß die Mannschaft im Uefa-Pokal hat", sagte Skibbe. "Nun müssen die Spieler mit Entschlossenheit in die Liga gehen, um wieder international dabei zu sein." Zumal nach dem Gastspiel von Hannover die Reise zum Spitzenreiter Schalke 04 und danach die Heimpartie gegen den Dritten VfB Stuttgart auf dem Plan stehen.

Personell geht das Auf und Ab in Leverkusen weiter. Für den für zwei Bundesliga-Spiele gesperrten Torwart Jörg Butt wird der zweite Ersatzkeeper Benedikt Fernandez einspringen. Dafür deutet sich eine Rückkehr des zuletzt verletzten Abwehrchefs Juan an. "Ich gehe davon aus, dass er zur Verfügung steht. Wir werden aber vor Blackburn kein Risiko eingehen", sagte Skibbe. In der neuen Saison wird er wohl nicht mehr auf den Brasilianer bauen können. "Für ihn gibt es eine offizielle Anfrage des AS Rom", sagte Holzhäuser. Dafür wird Sergej Barbarez weiter für Bayer spielen. Eine Option, den Verein am Ende der Spielzeit zu verlassen, zog er nicht. "Er hat sich entschieden, zu bleiben", so Skibbe.

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